Kleinhirnsyndrom Kompakt

Neurologischer Symptomenkomplex mit Koordinations-, Gleichgewichts- und Blickstörungen.

Kleinhirnsyndrom-GLO

Definition

  • Symptomenkomplex durch strukturelle oder funktionelle Schädigung des Kleinhirns oder seiner Bahnen.

Ursachen

  • Vaskulär, entzündlich, neoplastisch, degenerativ, traumatisch, toxisch-metabolisch
  • U. a. Infarkte, Tumoren, Multiple Sklerose, hereditäre Ataxien, Alkohol, Medikamente, Infektionen

Epidemiologie

  • Zerebelläre Symptome bei bis zu 20 % der ischämischen Schlaganfälle
  • Seltener bei degenerativen und hereditären Ursachen

Symptome

Die Symptome des Kleinhirnsyndroms variieren je nach betroffener Region.

Vestibuläre Bereiche (Nodulus, Flocculus, vermisnah):

  • Schwindel
  • Gangunsicherheit
  • Fallneigung zur betroffenen Seite
  • Nystagmus / Blickrichtungswechsel
  • Gestörte okulomotorische Reflexe

Spinozerebelläre Bereiche (Vermis, paravermal):

  • Rumpfataxie
  • Breitbasiger, taumelnder Gang
  • Standunsicherheit
  • Muskelhypotonie 

Zerebrozerebelläre Bereiche (Hemisphären):

  • Dysmetrie
  • Intentionstremor
  • Dysdiadochokinese
  • Dysarthrie
  • Störung feinmotorischer Zielbewegungen

Komplikationen

  • Sturzgefahr
  • Progredienz bei degenerativen Prozessen

Therapie

  • Ursachenbezogen
  • Ergänzend: Physio-, Ergo-, Logopädie, Hilfsmittelversorgung, Sturzprophylaxe

Prognose

  • Variabel, abhängig von Ätiologie und Ausmaß
  • Bei reversibler Ursache oft gute Rückbildung

Hier geht’s zum Langtext: Kleinhirnsyndrom

Autor:
Stand:
25.03.2026
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