Osteoporose Kompakt

Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, die durch den Abbau von Knochenmasse und -struktur zu einer erhöhten Frakturgefahr führt. Besonders betroffen sind ältere Menschen, vor allem Frauen nach der Menopause. Hier ist das Wichtigste kompakt dargestellt.

Osteoporose Kompakt

Definition

  • Systemische Skeletterkrankung mit verminderter Knochenmasse und mikroarchitektonischer Verschlechterung
  • Erhöhte Frakturneigung, insbesondere bei postmenopausalen Frauen
  • Diagnostik durch DXA-Knochendichtemessung (T-Score ≤ -2,5)

Epidemiologie

  • Prävalenz bei Frauen >50 Jahre: 15%; >70 Jahre: 45%
  • Männer: Deutlich seltener betroffen, aber ebenfalls steigendes Risiko im Alter
  • Inzidenz osteoporotischer Frakturen (z.B. Hüftfrakturen) steigt mit dem Alter exponentiell

Pathogenese

  • Ungleichgewicht zwischen Knochenresorption und -aufbau im Alter
  • Hauptfaktoren: Alter, weibliches Geschlecht, positive Familienanamnese, Immobilität
  • Sekundäre Ursachen: Endokrinopathien (z.B. Hypercortisolismus), Langzeittherapie mit Glukokortikoiden

Klinik

  • Oft asymptomatisch bis zur ersten Fraktur
  • Häufige Frakturlokalisationen: Wirbelkörper, Hüfte, distaler Radius
  • Frakturen führen zu chronischen Schmerzen, Funktionsverlust und erhöhter Mortalität

Diagnostik

  • DXA-Messung: Primäre Methode zur Bestimmung der Knochendichte, empfohlen an der Lendenwirbelsäule und dem proximalen Femur
  • T-Score: Ein T-Score von ≤ -2,5 definiert eine Osteoporose gemäß WHO-Kriterien
  • Basisdiagnostik: Umfasst Anamnese, klinische Untersuchung, Bluttests (z.B. Serum-Kalzium, Phosphat, Vitamin D) und ggf. bildgebende Verfahren bei Verdacht auf Wirbelkörperfrakturen
  • Trabecular Bone Score (TBS): Ergänzt die DXA-Messung, um die Inhomogenität der Knochenstruktur zu beurteilen
  • Frakturrisiko-Modelle: Verwendung von Modellen wie FRAX oder DVO-Score zur Abschätzung des 10-Jahre-Frakturrisikos
  • Sturzrisiko: Ab 70 Jahren sollte eine Sturzanamnese erfolgen, um das Sturzrisiko zu evaluieren

Therapie

  • Basismaßnahmen: Ausreichende Calcium- und Vitamin-D-Zufuhr, körperliche Aktivität
  • Medikamentöse Therapie bei hohem Frakturrisiko: Bisphosphonate, Denosumab, Teriparatid
  • Schmerztherapie bei Frakturen: NSAR, Paracetamol, Opiate

Prognose

  • Ohne Therapie schreitet die Osteoporose kontinuierlich voran, was zu einem erhöhten Frakturrisiko führt
  • Osteoporosebedingte Frakturen, besonders im ersten Jahr, erhöhen die Mortalität signifikant
  • Die Lebensqualität wird durch Frakturen erheblich eingeschränkt, mit chronischen Schmerzen und Funktionsverlusten

Hier geht's zum Langtext Osteoporose

Autor:
Stand:
29.08.2024
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