Definition
- Verursacht durch das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV).
- Führt zu akuten Atemwegsinfektionen bei Kleinkindern und Risikopatienten.
- RSV ist ein RNA-Virus aus der Familie der Pneumoviridae.
- Es gibt RSV Gruppen A und B; RSV A dominiert meistens.
Epidemiologie
- Häufigster Erreger unterer Atemwegsinfektionen bei Säuglingen und Kleinkindern.
- Bis zum 2. Lebensjahr haben fast alle Kinder eine RSV-Infektion durchgemacht.
- Inzidenz schwerer Fälle bei Kindern vor dem 1. Lebensjahr: 5,8 pro 1000.
- Inzidenz variiert je nach Klima und Region.
Ursachen
- Übertragung hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion.
- Eintrittspforte: Konjunktiven und Nasenschleimhäute.
- Inkubationszeit: zwei bis acht Tage.
- Hohe Ansteckungsgefahr, besonders auf Säuglingsstationen.
Pathogenese
- Replikation in Epithelzellen der Atemwege.
- Verschiedene Rezeptoren beteiligt, z.B. TLR4 und CX3CR1.
- Epithelschädigung und Verlegung der Bronchien möglich.
- Selbstlimitierender Verlauf; Epithelien regenerieren sich meist in 4-8 Wochen.
Symptome
- Spektrum reicht von asymptomatisch bis schwer beatmungspflichtig.
- Oft Symptome einer oberen Atemwegsinfektion.
- Bei schwerem Verlauf: Bronchiolitis, Bronchitis oder Pneumonie.
- Primärinfektion bei Säuglingen zeigt deutliche Symptome.
- Reinfektionen sind häufig und können in jedem Alter auftreten.
Diagnostik
- Erregernachweis im Nasopharyngealsekret.
- PCR-gestützter RSV-Genomnachweis ist hochsensitiv.
- Antigen-basierte Schnelltests und Immunfluoreszenzverfahren verfügbar.
- Viruskultur weniger verbreitet.
Therapie
- Meist symptomatische Therapie.
- Bei schweren Fällen: stationäre Behandlung, Sauerstoff, evtl. Beatmung.
- Kausale Therapie existiert nicht; Ribavirin-Inhalation umstritten.
- Antibiotika nur bei Verdacht auf bakterielle Superinfektion.
Prognose
- Abhängig von Komorbiditäten und Risikofaktoren.
- Letalität bei bestimmten Gruppen, z.B. Frühgeborenen, höher.
- Risikofaktoren für schwere RSV-Infektion bei Kleinkindern und Erwachsenen variieren.
Prophylaxe
- Hygienemaßnahmen in Kliniken und Arztpraxen.
- Passive Immunisierung mit Palivizumab für Risikopatienten.
- Neue Antikörper und Impfstoffe für RSV-Prophylaxe zugelassen.
Hinweise
- In Deutschland keine spezifische Meldepflicht gemäß IfSG.









