Anwendung
- Verordnung bei überproduktiver Schilddrüse, wie es etwa bei einer Hyperthyreose, bei Morbus Basedow oder bei einer thyreotoxischen Krise der Fall ist.
Gruppen der Thyreostatika
- Thiouracile (Propylthiouracil) und Mercaptoimidazol-Derivate (Carbimazol, Thiamazol): verhindern durch Inhibierung der Thyreoperoxidase die Umwandlung von Iodid in Iod und somit den Einbau von Iod in die Vorstufen der Schilddrüsenhormone (Iodisationshemmstoffe)
- Perchlorate (Kaliumperchlorat, Natriumperchlorat): hemmen den Natrium-Iodid-Symporter im Schilddrüsengewebe und blockieren damit die Aufnahme von Iodid in die Schilddrüse (Iodinationshemmstoffe)
Nebenwirkungen
- Allergirsche Exantheme
- Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen
- Erhöhung der Leberenzyme
- Cholestase
- Blutbildänderungen wie aplastische Anämie, Leukopenie, Granulozytopenie und Agranulozytose
Wechselwirkungen
- Der Jodstatus beeinflusst die Wirkung der Thyreostatika: Jodmangel erhöht die Wirkung der Mittel, ein Überschuss dämpft sie.
- Wichtig vor Beginn der Therapie: eine Hyperthyreose führt zum beschleunigten Abbau anderer Wirkstoffe. Normalisiert sich der Hormonspiegel durch Thyreostatika wieder, sind möglicherweise Dosisanpassungen anderer Medikamente erforderlich.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen
- Akute Veränderungen des Blutbildes
- Retrosternale Struma
- Cholestase
- Frühere Knochenmarksschädigung unter Thyreostatika-Therapie
- Schwangerschaft
Hinweise und Alternativen
- Thyreostatika hemmen lediglich die Neusynthese der Schilddrüsenhormone. Bereits im Blut zirkulierende Hormone werden daher nicht beeinflusst, daher kann es einige Zeit dauern, bis sich der erhöhte Schilddrüsenhormonspiegel wieder normalisiert.
- Da sich Thyreostatika nicht zur Langzeitbehandlung eignen, sollte bei Hyperthyreose immer eine Schilddrüsenresektion in Erwägung gezogen werden. Eine weitere Möglichkeit, die Freisetzung der Hormone zu reduzieren ist die Gabe von Lithium (Off-Label-Use!) oder eine Radioiod-Therapie.









