PEI: Keine neuen Sicherheitssignale bei Impfstoffen

Das Paul-Ehrlich-Institut hat die Pharmakovigilanz-Daten zu allen in Deutschland eingesetzten Impfstoffen außer COVID-19-Impfstoffen für 2024 und 2025 ausgewertet. Trotz 6.193 gemeldeter Verdachtsfälle fanden sich keine Hinweise auf bislang unbekannte Risiken.

Impfstoff-Vials

Die Sicherheit von Impfstoffen wird immer wieder angezweifelt. Für den Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2025 analysierte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) nun nun insgesamt 6.193 Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen nach Impfungen gegen verschiedene Infektionskrankheiten. Berücksichtigt wurden alle in Deutschland zugelassenen und vermarkteten Impfstoffe mit Ausnahme der COVID-19-Impfstoffe, die separat ausgewertet werden. Grundlage der Analyse sind Meldungen aus der europäischen Nebenwirkungsdatenbank EudraVigilance sowie Berichte von Gesundheitsämtern, Ärzten, Apothekern, pharmazeutischen Unternehmen und geimpften Personen.

Anteil schwerwiegender Meldungen stabil

Von den gemeldeten Verdachtsfällen wurden 34,7 % als schwerwiegend und 65,3 % als nicht schwerwiegend eingestuft. Damit blieb das Verhältnis gegenüber den Vorjahren 2022 und 2023 weitgehend unverändert. Insgesamt wurden 18.868 einzelne unerwünschte Reaktionen dokumentiert, da pro Verdachtsfall mehrere Symptome gemeldet werden können.  

Fieber am häufigsten gemeldet

Die am häufigsten berichtete unerwünschte Reaktion war Fieber (892 Meldungen), gefolgt von Herpes zoster (619), Kopfschmerzen (583), Impfdurchbrüchen beziehungsweise Impfversagen (519) und Hautausschlägen (444). Das PEI weist ausdrücklich darauf hin, dass sich aus den absoluten Meldezahlen keine Rückschlüsse auf die Sicherheit einzelner Impfstoffe ziehen lassen. Die Zahlen werden unter anderem durch die Anzahl der verabreichten Impfstoffdosen und das Meldeverhalten beeinflusst.  

Impfungen nicht Ursache von Todesfällen

Das PEI erhielt 41 Meldungen über Todesfälle nach einer Impfung. In keinem dieser Fälle wurde ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Impfung und Todesursache als konsistent bewertet. Nach Einschätzung des Instituts waren andere Ursachen wahrscheinlicher oder die vorhandenen Informationen reichten für eine Bewertung nicht aus.

Besondere Ereignisse im Blick

Zu den unerwünschten Ereignissen von besonderem Interesse (AESI) gehörten unter anderem Dyspnoe (117 Meldungen), Synkopen beziehungsweise Präsynkopen (114), Fieberkrämpfe (110) und Krampfanfälle (104). Bei Kindern wurden Fieberkrämpfe am häufigsten gemeldet. Das PEI betont, dass für einige Impfstoffe ein Zusammenhang mit Fieberkrämpfen bekannt ist, es jedoch keine Evidenz dafür gibt, dass Impfungen Epilepsien auslösen.

Fazit des PEI

Nach Bewertung aller Meldungen sieht das PEI keine neuen Risikosignale für bislang unbekannte Nebenwirkungen der in Deutschland eingesetzten Impfstoffe. Das Institut unterstreicht zugleich die Bedeutung einer umfassenden Meldung von Verdachtsfällen, um reale und vermeintliche Risiken frühzeitig erkennen und transparent kommunizieren zu können.

Autor:
Stand:
06.07.2026
Quelle:
  1. Paul-Ehrlich-Institut: Pressemitteilung, 25.06.2026.
  2. Streit et al.: Daten zur Pharmakovigilanz von Impfstoffen (außer COVID-19-Impfstoffe) aus den Jahren 2024 und 2025, Bulletin zur Arzneimittelsicherheit – Ausgabe 2/2026, Juni 2026.
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