Aktuelle Informationen zu Häufigkeit und Risikofaktoren für Hautkrebserkrankungen

In Deutschland steigen Hautkrebsfälle seit 2005, vor allem beim malignen Melanom. Risikofaktoren wie UV-Exposition und genetische Veranlagung beeinflussen die Häufigkeit. Frauen sind häufiger betroffen, während Alters- und Kohorteneffekte auch einen Einfluss haben.

Hautuntersuchung

Das erste ePaper im Rahmen des Arztreports 2025 befasst sich mit der Häufigkeit und den Risikofaktoren für Hautkrebserkrankungen. Hautkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung, mit jährlich über 200.000 Neuerkrankungen. Im Jahr 2022 starben mehr als 4.400 Menschen an Hautkrebs, was einer Steigerung von 63 % gegenüber 2002 entspricht. Schwarzer Hautkrebs, auch als malignes Melanom bezeichnet, ist ein metastasierender Hautkrebs, während weißer bzw. nicht-melanotischer Hautkrebs selten metastasiert und in Krebsstatistiken oft separat behandelt wird.

Zahl der dokumentierten Hautkrebsfälle deutlich angestiegen

Zwischen 2005 und 2023 stieg die Zahl der in Deutschland dokumentierten Hautkrebsfälle deutlich an: Die Zahl der malignen Melanome erhöhte sich um 121 %, während die Zahl der nicht-melanotischen Hautkrebsfälle um 186 % anstieg. Diese Zunahme wurde anhand von BARMER-Daten hochgerechnet, die deutlich höhere Zahlen aufwiesen als die Krebsregisterdaten. Auch nach Berücksichtigung demografischer Veränderungen stiegen die Betroffenenzahlen weiter an. Diese Diskrepanzen lassen sich dadurch erklären, dass Hautkrebsfälle auch nach der Erstdiagnose über Jahre hinweg dokumentiert werden.

Diagnoseprävalenzen nach Geschlecht und Alter beim malignen Melanom

Insbesondere beim malignen Melanom zeigen sich unterschiedliche Prävalenzen je nach Geschlecht und Alter. Bei Frauen waren die Prävalenzen von 2005 bis 2023 stets höher als bei Männern, obwohl Inzidenzen in den Krebsregisterdaten bei Männern über denen bei Frauen lagen. Ein Teil des Anstiegs bei Männern kann dabei durch demografische Veränderungen erklärt werden, während bei Frauen der Anstieg größtenteils nicht darauf zurückzuführen ist. Außerdem zeigt sich bei Frauen der Geburtsjahrgänge der 1950er und 1960er Jahre eine merkliche Vorverlagerung der Diagnosedokumentation, wobei sie in jüngeren Jahren häufiger von malignen Melanomen betroffen sind als ältere Geburtsjahrgänge.

Alters-, Perioden- und Kohorteneffekte beim malignen Melanom

Die Effekte von Alter, Beobachtungs- und Geburtsjahr auf Hautkrebsrisiken wurden getrennt untersucht. Die Analyse zeigt, dass das Risiko mit zunehmendem Alter bei Männern stärker ansteigt als bei Frauen, wobei bei beiden Geschlechtern ein steiler Anstieg der Risiken um 2007–2009 im Zusammenhang mit der Einführung des Hautkrebs-Screenings sichtbar ist. Kohorteneffekte sind bei Frauen ausgeprägter, insbesondere bei den Jahrgängen 1957 bis 1968, was auf unterschiedliche UV-Expositionen in bestimmten Lebensphasen zurückzuführen sein könnte. Für nach 1980 geborene Jahrgänge deutet sich ein Rückgang des Risikos an, möglicherweise aufgrund eines besseren Sonnenschutzes.

Diagnoseprävalenzen nach Geschlecht und Alter beim weißen Hautkrebs

Die Diagnoseprävalenzen für nicht-melanotischen Hautkrebs zeigen bei beiden Geschlechtern einen stetigen Anstieg, der 2020 durch die Coronapandemie unterbrochen wurde. Besonders zwischen 2007 und 2008 (Einführung des Hautkrebsscreenings), ist eine Zunahme erkennbar. Während die Prävalenzen bei Frauen weiterhin steigen, stagnieren Prävalenzen bei Männern seit 2015. Ab 2023 steigt die Prävalenz des nicht-melanotischen Hautkrebses mit zunehmendem Alter stärker als bei malignen Melanomen, wobei Frauen bis 65 Jahre häufiger betroffen sind, ab 70 Jahren jedoch Männer häufiger diagnostiziert werden.

Alters-, Perioden- und Kohorteneffekte beim weißen Hautkrebs

Die Kohorteneffekte für nicht-melanotischen Hautkrebs sind bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern, mit einem Anstieg ab den Geburtsjahrgängen 1956 (Frauen) und 1958 (Männer), der bei Frauen bis etwa 1968 anhält. Auffällig sind stagnierende und teils rückläufige Risiken für Geburtsjahrgänge ab 1944/1945 bis etwa 1956/1958, was sich als Abweichung vom allgemeinen Trend deutet. Diese Besonderheiten könnten durch spezifische gesundheitliche Effekte in der Kindheit und Jugend erklärt werden, wobei UV-Strahlung als Risikofaktor diskutiert wird. Aufgrund der geringen Diagnoseraten bei jüngeren Erwachsenen sind die Ergebnisse für nach 1970 geborene Jahrgänge noch spekulativ, wobei rückläufige Sonnenexpositionen als mögliche Erklärung für sinkende Risiken gelten.

Risikofaktoren für Hautkrebserkrankungen

Risikofaktoren für Hautkrebs lassen sich in extrinsische und intrinsische Faktoren unterteilen. Besonders wichtig für maligne Melanome ist die Sonnenstrahlung, wobei insbesondere frühe Sonnenbrände in der Kindheit ein höheres Risiko darstellen. GKV-Routinedaten können nur teilweise Risikofaktoren abbilden, wie etwa das Vorhandensein von Hautveränderungen, aber keine detaillierten Informationen zur UV-Exposition liefern. Die Regressionsanalysen zeigen, dass bestimmte Diagnosen, wie z.B. Adipositas oder aktinische Keratosen, mit einem signifikant erhöhten Risiko für Hautkrebsneuerkrankungen verbunden sind.

Autor:
Stand:
07.04.2025
Quelle:

Grobe et al. (2025): BARMER Institut für Gesundheitssystemforschung (bifg), DOI: 10.30433/arzt.2025.01.

  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden