Eigentlich liegt es nahe: Wenn eine chronische Entzündung besteht, kann dies auch andere inflammatorische Prozesse triggern. So ist seit längerem bekannt, dass Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) auch häufiger Hauterkrankungen entwickeln als Menschen mit gesundem Darm. Doch wie häufig dies tatsächlich der Fall ist, hat nun eine litauische Arbeitsgruppe um Professor Dr. Laimas Jonaitis eruiert.
Für ihre prospektive Studie untersuchten sie ambulante CED-Patienten hinsichtlich ihres Hautzustandes. Sie berücksichtigten kutane Läsionen, die im Zusammenhang mit CED oder deren Behandlung standen und erst nach der CED-Diagnose festgestellt worden waren.
Ausgewertet wurden die Daten von 152 CED-Patienten, wobei 110 an Colitis ulcerosa und 42 an Morbus Crohn (M.Crohn) litten. Insgesamt wurden bei 65 (42,8 %) Patienten Hautveränderungen festgestellt. Bei 46 Patienten (30,3 %; 95 % Konfidenzintervall KI 23 bis 38 %) standen diese Hautläsionen offensichtlich mit der CED oder deren Behandlung in Zusammenhang.
Psoriasis und Ekzeme am häufigsten
Unter den Colitis-Patienten litten 29,1 % an Hautsymptomen, bei den Teilnehmern mit M. Crohn waren es 33,3%. Mit jeweils neun Patienten wurden am häufigsten Psoriasis-Plaques und Ekzeme diagnostiziert. Das sind jeweils 5,9% bezogen auf das untersuchte Gesamtkollektiv der CED-Patienten. Des Weiteren wurde ein Erythema nodosum bei sechs (3,9 %) Patienten, Pyoderma gangrenosum bei fünf (3,3 %), allergischer Ausschlag bei vier (2,6 %) Vitiligo bei zwei (1,3 %) und Akne, Epidermolysis bullosa acquisita sowie hämorrhagische Vaskulitis bei jeweils einem Patienten (0,7 %) festgestellt.
Hautläsionen bei ausgedehnter Darmentzündung
Das Team aus Litauen untersuchte auch, inwieweit die Ausdehnung der Entzündung im Darm mit den Hautläsionen in Zusammenhang steht. Dabei stellte sich heraus, dass kutane Läsionen bei ausgedehnter Colitis ulcerosa deutlich häufiger auftreten als bei distaler Erkrankung.









