Akne vulgaris zählt zu den weltweit häufigsten Hauterkrankungen – mit einer Prävalenz von bis zu 85 % bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Neben der physischen Belastung durch Hautläsionen beeinträchtigt sie oft auch das psychische Wohlbefinden der Betroffenen erheblich. Vor allem bei milder bis moderater Ausprägung suchen viele Patienten nach verträglichen, langfristig einsetzbaren und möglichst nebenwirkungsarmen Therapieoptionen.
Topische Retinoide, Benzoylperoxid und systemische Antibiotika stellen etablierte Behandlungsstandards dar, sind jedoch teils mit Nebenwirkungen oder Resistenzentwicklungen behaftet und bedürfen der ärztlichen Überwachung. Daher wächst das Interesse an nicht-pharmakologischen Alternativen – darunter die LED-basierte Lichttherapie.
Steigende Nachfrage nach Heimtherapien mit LED-Licht
Lichtbasierte Verfahren z.B. mit UV-Bestrahlungen sind in der Dermatologie gängige Praxis und werden auch bei schwereren Akne-Formen als Begleittherapie eingesetzt. Für den Heimgebrauch werden inzwischen zahlreiche LED-Geräte mit rotem und blauem Licht angeboten – oft ohne medizinische Anleitung frei im Internet erhältlich.
Ob die Anwendung häuslicher LED-Geräte tatsächlich die Pickel zum Verschwinden bringt und welche Probleme sich dabei ergeben könnten, haben nun US-Dermatologen untersucht. Für ihre Metaanalyse haben sie sechs randomisierte klinische Studien mit insgesamt 216 Patientinnen und Patienten im Alter von 12 bis 50 Jahren mit milder bis moderater Akne ausgewertet. Die analysierten LED-Geräte nutzten Wellenlängen zwischen 414 und 670 nm – entweder als Blaulicht (z. B. 414 nm), Rotlicht (635–670 nm) oder in Kombination.
Entzündliche und nicht-entzündliche Läsionen gehen zurück
Im Vergleich zu Placebo- oder Kontrollbedingungen (keine Lichttherapie, Scheinbehandlung, Weißlicht, Benzoylperoxid) zeigten sich unter der LED-Anwendung signifikante Reduktionen der Hautläsionen:
- Entzündliche Läsionen: -45,3 % (95 %-KI: 25,1–65,5)
- Nicht-entzündliche Läsionen: -47,7 % (95 %-KI: 18,0–77,4)
- Behandlerbewertung: Verbesserung um 45,7 % (95 %-KI: 29,1–62,4)
Der therapeutische Effekt trat in der Regel nach 4 bis 12 Wochen Anwendung ein. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden in keiner der eingeschlossenen Studien berichtet. Die Ergebnisse stützen die Annahme, dass Heimgeräte mit LED-Licht eine wirksame und sichere Option für Patientinnen und Patienten mit milder bis moderater Akne darstellen – besonders, wenn eine nicht-medikamentöse Therapieform gewünscht wird oder systemische Optionen nicht infrage kommen.
Gleichzeitig weisen die Autoren der Metaanalyse auf Limitationen hin: Die Gesamtzahl der eingeschlossenen Probanden ist gering, und die Studienqualität teils heterogen. Ein evidenzbasiertes Therapieschema hinsichtlich Lichtintensität, Wellenlänge und Behandlungsdauer fehlt bislang. Daher sollten künftige Studien größere Fallzahlen einbeziehen, standardisierte Protokolle verwenden und Langzeiteffekte erfassen.
Heim-LED kann als Therapieergänzung empfohlen werden
Für die dermatologische Praxis eröffnet sich jedoch bereits jetzt die Möglichkeit, LED-Geräte als ergänzende Therapie zu empfehlen – immer unter Berücksichtigung der individuellen Krankheitsdynamik und Patientenpräferenz.








