Charcot-Fuß bei Menschen mit Diabetes erkennen und vorbeugen

Eine der häufigsten Komplikationen des Diabetes mellitus ist das Diabetische Fußsyndrom, zu dem auch der Charcot-Fuß zählt. In einer aktuellen Presseerklärung fasst der VDBD zusammen, wie der Charcot-Fuß erkannt und verhindert werden kann.

Charcot Fuß

Nahezu eine Viertelmillion Menschen erkranken jährlich in Deutschland an dem Diabetischen Fußsyndrom. Eine Sonderform des Diabetischen Fußsyndroms ist der Charcot-Fuß, der bei bis zu 10.000 Menschen jährlich diagnostiziert wird. Beim Charcot-Fuß kommt es zu Brüchen im Fußknochen, meist zwischen der Fußwurzel und dem Mittelfußknochen. Aber auch die Gelenke zwischen den Zehen und dem Mittelfußknochen sowie die Sprunggelenke können betroffen sein.

Der Charcot-Fuß bleibt häufig unbemerkt

Menschen mit einem langjährigen Diabetes mellitus oder einem dauerhaft schlecht eingestellten Blutzuckerspiegel sind einem erhöhten Risiko für Nervenschädigungen ausgesetzt. Durch eine solche Polyneuropathie kann die Empfindungsfähigkeit in den Füßen abnehmen, wodurch Betroffene Schmerzen, Verletzungen oder Wunden teilweise nicht wahrnehmen. Aufgrund des fehlenden Bewusstseins bleiben selbst Brüche wie beim Charcot-Fuß oftmals für eine lange Zeit unentdeckt. Laut der Diabetesberaterin Yvonne Häusler vom Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD) liegt das große Risiko des Charcot-Fußes darin, dass Betroffene den Fuß weiterhin belasten und zunehmende Schädigungen am Fußskelett entstehen, die Deformationen und schlimmstenfalls Amputationen zur Folge haben können.

Der Charcot-Fuß entsteht unabhängig vom Diabetes-Typ

Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes haben ein ähnliches Risiko, an einem Charcot-Fuß zu erkranken. Tatsächlich zeigt sich in der Praxis, dass selbst Patienten mit einem optimalen HbA1c-Wert vom Charcot-Fuß betroffen sein können. Welche zugrundeliegenden Mechanismen tatsächlich zur Entstehung des Charcot-Fußes beitragen, ist immer noch nicht vollständig erforscht. Neben der Dauer der Diabetes-Erkrankung und der glykämischen Einstellung könnte auch die genetische Veranlagung eine Rolle spielen.

So lässt sich der Charcot-Fuß erkennen

Um Deformationen des Knochens vermeiden zu können, ist es wichtig, den Charcot-Fuß möglichst früh zu diagnostizieren und zu behandeln. Leider wird der Charcot-Fuß oftmals zu spät erkannt, selbst wenn Betroffene den Arzt frühzeitig aufsuchen. Der Charcot-Fuß beginnt meist mit einem Ermüdungsbruch, der zu einem entzündlichen Ödem führt. Der Fuß ist infolge des Bruchs geschwollen, gerötet und warm. Mögliche weitere Symptome sind Unruhe, Kribbeln und ein Gefühl der Instabilität. Um den Bruch identifizieren zu können, reicht Röntgen nicht aus und nur eine Magnetresonanztomografie (MRT) ist aufschlussreich.

Präventive Maßnahmen zur Vorbeugung des Charcot-Fußes

Patienten mit Diabetes und einer Polyneuropathie sollten aufgrund der mangelnden Schmerzwahrnehmung ihre Füße idealerweise täglich auf Druckstellen, Blasen und Hautveränderungen untersuchen. Auch regelmäßige Kontrolltermine beim Arzt sollten wahrgenommen werden. Um das Risiko für Komplikationen zu reduzieren, sollten Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte sowie Rauchen und Alkohol vermieden werden. Fallen selbst kleine Fußveränderungen auf, sollten diese direkt dem Arzt oder Diabetesteam gemeldet werden. Im Idealfall sollte eine diabetologische Schwerpunktpraxis oder eine diabetologische Fußambulanz aufgesucht werden. Aufgrund des hochkomplexen Erkrankungsmuster ist es am besten, den Charcot-Fuß multidisziplinär durch Experten aus der Diabetologie, Gefäßdiagnostik, Wundtherapie, Chirurgie und medizinischen Fußpflege zu behandeln.

Autor:
Stand:
19.02.2024
Quelle:

Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD), Pressemitteilung „Unerkannte Knochenbrüche und Deformationen – Wie Menschen mit Diabetes einen „Charcot-Fuß“ erkennen und verhindern”. (zuletzt aufgerufen im Februar 2024).

  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden