Typ-2-Diabetes im Kindesalter: Prävention muss politisch gedacht werden

Typ-2-Diabetes tritt zunehmend im Kindes- und Jugendalter auf. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft und die Deutsche Allianz für Nichtübertragbare Krankheiten fordern eine politische Neuausrichtung, um gesellschaftlich verankerte, wirksame Prävention zu erreichen.

Adipöses Kind auf Sofa

Wachsende Herausforderung: Typ-2-Diabetes im Kindesalter

Typ-2-Diabetes, lange Zeit eine Erkrankung des Erwachsenenalters, betrifft zunehmend auch Kinder und Jugendliche. Steigende Adipositasraten, Bewegungsmangel und der hohe Konsum stark verarbeiteter, zuckerreicher Lebensmittel begünstigen diese Entwicklung. Epidemiologische Daten zeigen, dass die Zahl der betroffenen Minderjährigen in den letzten Jahren kontinuierlich zunimmt. Diese Entwicklung gefährdet nicht nur die Gesundheit der jungen Generation, sondern auch die langfristige Stabilität des Gesundheitssystems.

Verhältnisprävention als entscheidender Hebel

Im Rahmen der Vorab-Pressekonferenz zur 19. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) betonte Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz für Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und Geschäftsführerin der DDG, in ihrem Vortrag „Typ-2-Diabetes bei Kindern stoppen: Prävention beginnt in der Politik“, die Dringlichkeit eines politischen Umdenkens. Seit 15 Jahren setzt sich das Wissenschaftsbündnis DANK, dem mittlerweile 24 medizinische Fachgesellschaften angehören, für eine umfassende Verhältnisprävention ein. Diese zielt darauf ab, gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen zu schaffen, statt die Verantwortung ausschließlich auf das individuelle Verhalten zu verlagern.

Bitzer machte deutlich, dass Deutschland im internationalen Vergleich hinterherhinkt: Trotz eines der teuersten Gesundheitssysteme Europas liegt die Lebenserwartung unter dem EU-Durchschnitt, während Krankheitstage ein Rekordniveau erreichen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte im September 2025, dass Deutschland im Kampf gegen nichtübertragbare Krankheiten, darunter Typ-2-Diabetes und Adipositas, nur geringe Fortschritte erzielt hat.

Politische Maßnahmen mit nachgewiesenem Nutzen

Andere europäische Länder zeigen, dass konsequente Präventionspolitik wirkt. Dazu gehören Herstellerabgaben auf zuckergesüßte Getränke, Werbeschranken für ungesunde Lebensmittel und verbindliche Standards für gesunde Ernährungsangebote in Kitas und Schulen. Studien belegen, dass solche Maßnahmen sowohl die Nährstoffqualität der angebotenen Produkte verbessern als auch die Prävalenz von Übergewicht und Diabetes senken können.

„Es geht nicht darum, ungesunde Lebensmittel zu verbieten oder Eltern Vorschriften zu machen“, betonte Bitzer. Vielmehr müsse ein Umfeld geschaffen werden, das gesunde Entscheidungen erleichtert – unabhängig von sozialem Status oder Einkommen.

Bevölkerung unterstützt gesundheitspolitische Reformen

Eine im Sommer 2025 veröffentlichte Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands unterstreicht die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Maßnahmen:

  • Über 90 % der Befragten befürworten die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte.
  • Fast 90 % sprechen sich für strengere Werbebeschränkungen für stark zucker-, fett- oder salzhaltige Produkte aus.
  • 79 % unterstützen eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke, um Reformulierungen zu fördern.
    Diese Ergebnisse widerlegen die häufig von der Industrie vorgebrachte Behauptung, bevölkerungsbezogene Präventionsstrategien stießen auf Ablehnung.

Gesellschaftlicher Nutzen über den Gesundheitssektor hinaus

Bitzer betonte, dass präventive Maßnahmen nicht nur der individuellen Gesundheit zugutekommen, sondern auch ökonomische und gesellschaftliche Vorteile bringen. „Ein gesundheitsförderndes Steuersystem, das gesunde Produkte entlastet und gesundheitsschädliche höher besteuert, sichern Chancengleichheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und langfristig auch das Wirtschaftswachstum“, so Bitzer.

Ausblick: Gesundheitspolitik als Schlüssel zur Prävention

Die DDG und DANK fordern, Prävention als zentrale staatliche Aufgabe zu begreifen. Freiwillige Selbstverpflichtungen und Aufklärungskampagnen allein reichen nicht aus, um die Diabetesinzidenz nachhaltig zu senken. Stattdessen sind strukturelle Veränderungen erforderlich – von der Lebensmittelbesteuerung bis zur Regulierung von Werbung, die sich an Kinder richtet.

Die Eindämmung von Typ-2-Diabetes bei Kindern wird nur gelingen, wenn Prävention als gesamtgesellschaftliche Verantwortung verstanden und politisch konsequent umgesetzt wird. Damit ließe sich nicht nur Krankheitslast vermeiden, sondern auch ein entscheidender Beitrag zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Gesundheitssystems leisten.

Autor:
Stand:
20.11.2025
Quelle:

Dieser Artikel wurde unter Zuhilfenahme Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und anschließend redaktionell geprüft und freigegeben. Zur Gewährleistung inhaltlicher Richtigkeit und Aktualität wurden die angegebenen Quellen berücksichtigt. 

1. Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Vorab-Pressekonferenz zur 19. Diabetes Herbsttagung, 7.–8.November 2025, Statement von Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz für Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und Geschäftsführerin der DDG, Berlin, 28. Oktober 2025. (abgerufen am 30.10.2025)

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