Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen und betrifft fast eine Billion Erwachsene zwischen 30 und 69 Jahren weltweit.
Die Symptome umfassen unter anderem Schläfrigkeit, Fatigue, reduzierte Lebensqualität und Einschränkungen in sozialen Interaktionen.
Zudem ist die OSA mit kardiovaskulären Komorbiditäten inklusive arterieller Hypertonie, Arrhythmien, Schlaganfall und koronarer Herzkrankheit sowie mit metabolischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Dyslipidämie und nicht-alkoholischer Steatohepatitis assoziiert.
Neben dem klassischen Parameter zur Bestimmung des OSA-Schweregrads, dem Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI), sind diese Komorbiditäten die Hauptprädiktoren für die Mortalität bei OSA-Patienten. Die Beziehung zwischen OSA und arterieller Hypertonie ist von besonderem Interesse. Mehr als 50% der OSA-Patienten leiden an arterieller Hypertonie. Die Hypertonie tritt bei unbehandelter OSA häufiger nachts auf und ist schlechter kontrolliert.
Eine Reduktion des Blutdrucks ist einer der Hauptbestandteile des Risikomanagements und der sekundären Prävention bei kardiovaskulären Erkrankungen.
Continuous Positive Airway Pressure (CPAP) ist die Erstlinientherapie der OSA und ist effektiv in der Reduktion der Tagesschläfrigkeit sowie der Verbesserung der Lebensqualität der Patienten.
Verschiedene Studien zeigten, dass eine CPAP-Therapie den mittleren systolischen Blutdruck um 2,5mmHg senken kann.
Diese Studien haben in der Regel eine Follow-Up Zeit von sechs Monaten. Ob diese initiale Verbesserung des Blutdrucks in einer Langzeit Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen und der Mortalität mündet, ist unklar.
Assoziation zwischen kardiovaskulärem Outcome und Mortalität mit CPAP-Therapie
Daher führten Forscher kürzlich eine Beobachtungsstudie durch, die das kardiovaskuläre Langzeitoutcome sowie die Mortalität bei 241 Patienten untersuchte. Die Patienten kamen aus der AgirSASdom Studie, einer prospektiven Studie die untersuchte, welche CPAP Einstellung den Blutdruck der Patienten am besten reduzierte. Die Patienten litten alle an einem schweren OSA.
62 der Patienten beendeten die CPAP-Therapie bzw. nutzten das Gerät weniger als vier Stunden pro Nacht. 155 der Patienten nutzten die CPAP-Therapie noch beim Langzeitfollow-Up. Sie nutzten das CPAP-Gerät im median 7 Stunden pro Nacht.
Kardiovaskuläre Ereignisse
Insgesamt traten 69 kardiovaskuläre Ereignisse bei 61 Patienten während der medianen Follow-Up Zeit von 113 Monaten auf. Dies entsprach einer Inzidenz von 26 pro 100-Personenjahre. 21 der Studienteilnehmer starben.
Ausgangsblutdruckwerte als Prädiktor
Die Patienten mit kardiometabolischen Ereignissen waren älter, zeigten eine höhere Ausgangsprävalenz der arteriellen Hypertonie und zeigten eine höhere Range in der Reduktion des diastolischen Blutdruckwertes tagsüber sowie des mittleren Blutdruckes.
Der AHI bei Diagnosestellung unterschied sich nicht signifikant zwischen den Gruppen mit und ohne kardiometabolische Ereignisse.
Die Ausgangsblutdruckwerte waren ein starker Prädiktor für kardiometabolische Ereignisse sowie Mortalität (p<0,001). Die initiale Verbesserung des Blutdrucks nach den ersten vier Monaten der CPAP-Therapie war nicht mit den Outcomes assoziiert.
CPAP-Therapie mit Reduktion der Mortalität assoziiert
Eine Langzeitnutzung der CPAP-Therapie mit einer Nutzungsdauer von > 4h/Nacht war mit einer Reduktion der Mortalität assoziiert (p=0,02). Sie war jedoch nicht mit dem Auftreten von Langzeit kardiovaskulären Ereignissen assoziiert.
Fazit
Unabhängig von der initialen Blutdruckantwort auf die Behandlung, ist die Langezeit-CPAP-Therapie eine der Voraussetzungen, um die Mortalität bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe zu reduzieren.
Die Studie ist bei Clinicaltrials.gov unter NCT04704401 registriert.









