Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat den Impfstoffherstellern geraten, die Covid-19-Impfstoffe zu aktualisieren und sie auf den Stamm KP.2 von SARS-CoV-2 auszurichten [1]. Damit weicht sie von den Empfehlungen der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) ab, die in Übereinstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Impfsaison 2024/2025 eine Anpassung an die JN.1-Variante empfiehlt [2,3]. Eine Anpassung an andere JN.1-Stämme wurde im Bedarfsfall aber nicht ausgeschlossen.
KP.2 ist ein Abkömmling der hoch ansteckenden Variante JN.1, die im vergangenen Winter in den USA weit verbreitet war. Die Ankündigung erfolgte etwas mehr als eine Woche, nachdem die FDA empfohlen hatte, die Covid-Impfstoffe für den Herbst anzupassen. Bei der auf YouTube übertragenen Sitzung sprach sich das FDA-Beratungsgremium einstimmig dafür aus, die Impfstoffe auf Basis der JN.1-Variante zu aktualisieren [4].
Verbreitung von KP.2 und KP.3 nimmt zu, JN.1 fast verschwunden
Nach der Abstimmung herrschte zwischen den Ausschussmitgliedern und Dr. Peter Marks, dem obersten Impfstoffbeauftragten der Behörde, Uneinigkeit darüber, welcher Stamm gewählt werden sollte. Die meisten Ausschussmitglieder bevorzugten JN.1, während Marks die Auswahl eines neueren Stamms wie KP.2 befürwortete. Er verwies auf die aktuellen Entwicklungen, dass die FLiRT-Varianten KP.2 und KP.3 eindeutig dabei sind, JN.1 zu verdrängen.
Nach Angaben der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde (Centers for Disease Control and Prevention [CDC]) ist JN.1 in den USA fast vollständig verschwunden. In den Vorwochen machten KP.2 22,5% und KP.3, eine Schwestervariante, 25% der Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 aus [5].
Impfstoffhersteller für neue Varianten gerüstet
Mit der Entscheidung der FDA können die Impfstoffhersteller mit der Produktion und Verteilung von Impfstoffen beginnen, die in der Covid-19-Impfkampagne 2024/2025 verwendet werden sollen.
Die Entscheidung betrifft die Pharmaunternehmen BioNTech/Pfizer, Moderna und Novavax. BioNTech/Pfizer und Moderna könnten ihre Covid-19-Impfstoffe aufgrund der mRNA-Technologie problemlos an die KP.2-Variante anpassen. Für den von Novavax produzierten proteinbasierten Impfstoff gestaltet sich eine Anpassung schwieriger. Möglicherweise wird das Unternehmen daher einen JN.1-Impfstoff vertreiben, den es bereits produziert.
Jährliche Anpassung der Covid-19-Impfstoffe zu erwarten
Dies ist das dritte Mal, dass die Covid-19-Impfstoffe aktualisiert werden, um die zirkulierenden Stämme zu bekämpfen. Dieser Prozess wird sich sehr wahrscheinlich wiederholen, ähnlich wie bei der jährlichen Aktualisierung der Grippeimpfung, bei der Impfstoffexperten im Frühjahr den Stamm für die Impfkampagne im Herbst auswählen.
Noch sprach die FDA keine Empfehlung darüber aus, wer den neuen Impfstoff erhalten sollte. Diese Entscheidung liegt beim CDC, das später in diesem Monat seine eigene Beratungsausschusssitzung abhalten wird.










