RSV-Infektionen, COVID-19 und Grippe belasten das australische Gesundheitssystem

Australien verzeichnet im Winter 2025 eine deutliche Zunahme respiratorischer Infektionen. RSV-Impfungen, kombiniert mit Grippe- und ggf. COVID-Schutzmaßnahmen, spielen eine Schlüsselrolle im ganzheitlichen Schutzkonzept.

Corona Anstieg Winter

Australien erlebt im Winter 2025 (Anfang Juni bis Ende August) eine deutliche Zunahme respiratorischer Virusinfektionen. Krankenhäuser in Queensland mussten elektive Eingriffe verschieben, da zahlreiche Betten durch COVID-19- und Influenza-Patienten belegt waren, wie die australischen Gesundheitsbehörden berichten. Zudem waren laut Regierungsangaben im August über 100 Pflegeeinrichtungen von COVID-19-Ausbrüchen betroffen.

Entwicklung der COVID-19-Situation und zirkulierende Subvarianten

Nach einem vergleichsweise niedrigen Niveau zu Jahresbeginn stiegen die COVID-19-Fallzahlen im Juni 2025 wieder deutlich an. Laut Australian Respiratory Surveillance Report wurde diese Welle vor allem durch Omikron-Subvarianten ausgelöst. Ältere Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen haben weiterhin das höchste Risiko für schwere Krankheitsverläufe.

Die derzeit verfügbaren COVID-19-Booster enthalten ein Antigen der Linie JN.1. Die aktuell in Australien dominanten Subvarianten, darunter NB.1.8.1, sind Nachkommen dieser Linie. Das nationale Expertengremium des australischen Gesundheitsministeriums (Australian Technical Advisory Group on Immunisation, ATAGI) geht deshalb davon aus, dass die Impfung weiterhin Schutz bietet.

Influenza-Saison mit hoher Krankheitslast

Die Grippesaison 2025 setzte mit hohen Fallzahlen ein. Im Berichtszeitraum Ende Juni bis Mitte Juli 2025 stiegen Influenzafälle weiter an. Inzwischen zeichnet sich eine leichte Entspannung ab, ein klarer Höhepunkt ist aber noch nicht überschritten. Influenza manifestiert sich typischerweise mit Fieber, Myalgien und Fatigue. Besonders gefährdet bleiben ältere Patienten, Kinder und Schwangere.

Kostenlose Impfungen stehen für definierte Risikogruppen zur Verfügung. In Queensland und Western Australia werden sie auch allen Personen ab sechs Monaten angeboten.

RSV-Fälle auf Vorjahresniveau

Für das respiratorische Synzytial-Virus (RSV) liegen seit der Einführung der Meldepflicht 2021 verlässliche Daten vor. Die Surveillance-Daten für 2025 weisen ähnlich hohe Inzidenzen wie im Vorjahr auf. RSV kann bei Säuglingen schwere Erkrankungen wie Bronchiolitis oder Pneumonie verursachen und ist eine der häufigsten Ursachen für Hospitalisierungen in dieser Altersgruppe.

Zur Prävention wird Schwangeren in Australien Abrysvo angeboten, der Neugeborene in den ersten sechs Lebensmonaten schützt. Zudem steht mit Nirsevimab ein monoklonaler Antikörper für Kinder bis zu zwei Jahren zur Verfügung, insbesondere wenn keine maternale Impfung erfolgt ist. Für ältere Erwachsene sind die Impfstoffe Arexvy und Abrysvo erhältlich; jedoch aktuell nicht staatlich finanziert.

Breiteres Erregerspektrum und zentrale Bedeutung präventiver Strategien

Neben den drei Hauptviren tragen auch Rhinoviren, Adenoviren und andere Erreger erheblich zur Krankheitslast bei. Erwachsene erkranken im Durchschnitt zwei- bis viermal pro Jahr, Kinder deutlich häufiger.

Für die Praxis stehen inzwischen kombinierte Schnelltests zur Verfügung, mit denen COVID-19, Influenza und RSV auch im häuslichen Umfeld nachgewiesen werden können. Die aktuellen Surveillance-Daten verdeutlichen den Anstieg der Fallzahlen und unterstreichen die Relevanz konsequenter Präventionsmaßnahmen wie Impfungen. 

Autor:
Stand:
01.10.2025
Quelle:

Esterman A.: COVID, flu, RSV: how these common viruses are tracking this winter – and how to protect yourself. The Conversation. 22. Juli 2025.

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