SGLT2-Inhibitoren als Herzschutz bei Krebspatienten mit Diabetes

Neue Erkenntnisse aus einer aktuellen Studie deuten darauf hin, dass SGLT2-Inhibitoren wie Empagliflozin kardiotoxische Effekte von Krebstherapien bei Patienten mit Diabetes verhindern können. Dieser Schutz könnte sowohl die Behandlungsergebnisse als auch die Lebensqualität der Patienten verbessern.

Herzschutz

Herz-Kreislauf-Schutz bei Krebstherapien: Ein neuer Ansatz

Krebspatienten mit Diabetes sind häufig einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgesetzt, insbesondere während einer Krebstherapie mit kardiotoxischen Wirkungen. Auf dem Global Cardio Oncology Summit wurden jetzt neue Daten präsentiert, die darauf hinweisen, dass SGLT2-Inhibitoren wie Empagliflozin dieses Risiko reduzieren könnten. Die Daten basieren auf einer Analyse von Patienten, die mit kardiotoxischen Krebstherapien behandelt wurden und Diabetes hatten, aber keine Vorgeschichte von Herzinsuffizienz oder Kardiomyopathie aufwiesen.

Wie wirken SGLT2-Inhibitoren in der Onkologie?

In der retrospektiven Analyse, die auf der TriNetX-Datenbank basierte, wurden 8.675 Erwachsene untersucht. Die Patienten, die SGLT2-Inhibitoren wie Empagliflozin, Dapagliflozin oder Canagliflozin einnahmen, hatten ein signifikant geringeres Risiko für krebstherapiebedingte Herzfunktionsstörungen und Herzinsuffizienz im Vergleich zu Patienten ohne diese Medikamente. Zudem konnten die SGLT2-Inhibitoren auch das Risiko für Krankenhausaufenthalte, Notaufnahmen und die Gesamtmortalität verringern.

Empagliflozin sticht hervor

Innerhalb der Klasse der SGLT2-Inhibitoren zeigte sich Empagliflozin als besonders wirksam in der Prävention dieser kardiotoxischen Effekten. Die Studie ergab, dass Empagliflozin das Risiko für krebstherapiebedingte Herzfunktionsstörungen stärker senken konnte als andere SGLT2-Inhibitoren wie Dapagliflozin und Canagliflozin. Forscher vermuten, dass Empagliflozin aufgrund seiner positiven Effekte auf den Herzstoffwechsel und seine antifibrotischen Eigenschaften diesen Vorteil bietet. Diese Erkenntnisse basieren auf früheren Studien, die ähnliche Resultate für Empagliflozin bei der Herzremodellierung nachweisen konnten.

Klinische Relevanz und Ausblick

Die Studienautoren betonten die Wichtigkeit dieser Erkenntnisse, insbesondere für die wachsende Gruppe von Patienten, die durch ihre Krebstherapie einem erhöhten Risiko für Herzschäden ausgesetzt sind. Der Cardio-Onco-Metabolismus als interdisziplinäres Feld gewinnt zunehmend an Bedeutung, da immer mehr Verbindungen zwischen metabolischen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs entdeckt werden. 

Die Forscher zeigen sich optimistisch, dass SGLT2-Inhibitoren zukünftig eine wichtige Rolle in der präventiven Behandlung von kardiotoxischen Nebenwirkungen in der Onkologie spielen könnten, was allerdings weitere prospektive Studien erfordert.

Fazit: Präventives Potenzial für Herzschutz während Krebstherapien

Die Daten liefern wichtige Hinweise darauf, dass SGLT2-Inhibitoren wie Empagliflozin eine vielversprechende Option darstellen könnten, um die Herzgesundheit von Krebspatienten mit Diabetes während der Therapie zu schützen. Dies ist besonders relevant, da kardiotoxische Nebenwirkungen oft zu einem vorzeitigen Abbruch der Krebstherapie führen können, was das Risiko für Krankheitsprogression und Mortalität erhöht. Weitere Forschung wird zeigen, ob diese Ergebnisse den Weg für eine breitere Anwendung dieser Medikamente in der Onkologie ebnen.

Autor:
Stand:
21.10.2024
Quelle:
  1. Healio. SGLT2s could prevent cardiotoxic effects of cancer therapies in patients with diabetes. Veröffentlicht am 23. September 2024.
  2. Bhatti AW, et al. JACC CardioOncol2024; doi:10.1016/j.jaccao.2024.08.001
  3. Dabour MS, et al. JACC CardioOnc. 2024; doi:10.1016/j.jaccao.2024.01.007.
  4. Zhang N, et al. Eur J Prev Cardiol. 2022; doi:10.1093/eurjpc/zwab173
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