Sinunasale mukosale Melanome sind aggressiver als kutane Melanome
Schleimhautmelanome sind eine seltene Erkrankung. Sie machen etwa 1,3% aller Melanome aus und kommen vor allem im Kopf-Hals-Bereich vor [1]. Sie unterscheiden sich bezüglichen ihrer biologischen Faktoren sowie ihres klinischen Verhaltens von den kutanen Melanomen [2]. Schleimhautmelanome sind aggressiver, tendieren eher dazu zu metastasieren und haben eine schlechtere Prognose im Vergleich zu den kutanen Melanomen [3]. So beträgt die 5-Jahresüberlebensrate (JÜR) bei kutanen Melanomen 91,2% und bei sinunasalen mukosalen Melanomen (SNMM) nur 22% [4].
Prognostischer Wert von TRIM27, p-Akt1 und Ki-67
Tripartite motif-containing 27 (TRIM27) ist an der Progression bei verschiedenen Karzinomen wie beispielsweise kolorektalem Karzinom und Bronchial-Karzinom, beteiligt [5,6]. Es konnte gezeigt werden, dass TRIM27 bei der Aktivierung von Phosphorylated-Akt1 (p-Akt1) bei kolorektalen Karzinomen und Ovarialkarzinomen involviert ist [5]. Eine p-Akt1-Überexpression konnte zudem als unabhängiger prognostischer Faktor für mukosale Melanome gezeigt werden [7].
Ein weiterer Faktor, der mit der Prognose bei mukosalen Melanomen in Verbindung steht, ist Ki-67, ein Marker für das Tumorwachstum [8]. Eine höhere Ki-67-Expression geht mit einem schlechteren Gesamtüberleben bei mukosalen Melanomen im Kopf-Hals Bereich einher [9].
Studie untersuchte TRIM27, Ki-67 und p-Akt1 bei SNMM
Die Wissenschaftler untersuchten daher die Beziehung zwischen TRIM27 und klinischen Charakteristika wie der Prognose, Ki-67 als möglichem Tumorwachstumsmarker und p-Akt1 als prognostischem Faktor bei SNMM [10]. Insgesamt wurden 28 Patienten in die retrospektive Studie eingeschlossen.
Patientencharakteristika
Hiervon waren 16 (57,1%) Männer und zwölf (42,9%) Frauen. Das durchschnittliche Alter betrug 73 Jahre (45-83 Jahre). Bei 16 Patienten (57,1%) befand sich der Primärtumor in der Nasenhaupthöhle und bei zwölf (42,9%) in den paranasalen Sinus. 21 (75%) der Patienten befanden sich im T3- und sieben (25%) im T4-Stadium. Ein Patient (3,6%) hatte Halslymphknotenmetastasen. Eine Fernmetastasierung wies kein Patient auf. 20 der Patienten (71,4%) befanden sich im Stadium III, während acht (28,6%) als Stadium IV klassifiziert wurden.
Tumorentfernung und postoperative Radiatio
Alle Patienten unterzogen sich einer chirurgischen Tumorexzision mit postoperativer Radiatio.
Die chirurgischen Tumorränder waren bei zwölf Patienten (42,9%) positiv, bei 13 (46,4%) negativ und bei drei Patienten (10,7%) nicht beurteilbar. 15 Patienten wurden als hohe TRIM27-Expression gewertet, während 13 Patienten zur niedrigen TRIM27 Expression gerechnet wurden.
Die TRIM27-Expression korreliert positiv mit T-Klassifikation, klinischem Stadium, Ki-67 und mitotischem Index
Die Autoren konnten zeigen, dass die TRIM27-Expression bei T4-Tumoren signifikant höher war als bei T3-Tumoren (p=0,01) und im Stadium IV höher war als im Stadium III (p=0,04). Die Ki-67 positiv-Scores in der Gruppe mit hoher TRIM27-Expression waren signifikant höher im Vergleich zur Gruppe mit niedriger TRIM27-Expression (2,33±0,62 versus 1,38±0,51; p<0,01).
Auch der mitotische Index der Gruppe mit hoher TRIM27-Expression war signifikant höher im Vergleich zu der Gruppe mit niedriger TRIM27-Expression (10,80±2,43 versus 6,38±4,19; p<0,01). Zudem war die p-Akt1-Expression signifikant höher in der Gruppe mit hoher TRIM27-Expression im Vergleich zur Gruppe mit niedriger TRIM27-Expression (6,73±2,12 versus 3,38±1,98; p<0,01).
Hohe TRIM27-Expression mit schlechter Prognose assoziiert
Patienten mit einer hohen TRIM27-Expression hatten eine signifikant schlechtere Prognose in Bezug auf das Gesamtüberleben (HR [Hazard Ratio] 5,48; p=0,01) und das krankheitsfreie Überleben (HR 2,90; p=0,02) im Vergleich zu den Patienten mit niedriger TRIM27-Expression. In der Gruppe mit hoher TRIM27-Expression betrug die 2-JÜR 50,3%, während sie in der Gruppe mit niedriger TRIM27-Expression 100% betrug.
Das krankheitsfreie Überleben betrug 13,3% in der Gruppe mit hoher TRIM27-Expression gegenüber 40,7% in der Gruppe mit niedriger TRIM27-Expression. Die kumulative Inzidenz von Fernmetastasen war in der Gruppe mit hoher TRIM27-Expression signifikant höher im Vergleich zu der Gruppe mit niedriger TRIM27-Expression (HR 3,46; p=0,02).
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass eine hohe TRIM27-Expression mit einer signifikant schlechteren Prognose im Vergleich zur Gruppe mit niedriger TRIM27-Expression einherging. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass TRIM27 ein prognostischer Faktor für SNMM sein könnte.
Fazit
Eine hohe TRIM27-Expression war mit einem fortgeschrittenen T-Stadium, schlechterer Prognose und dem Vorliegen von Fernmetastasen bei sinunasalen mukosalen Melanomen assoziiert.









