Risiken und Management postinfektiöser Uveitis nach Tuberkulose

Die Datenlage zum Risiko einer postinfektiösen Uveitis nach erfolgreicher Behandlung einer okulären Tuberkulose ist begrenzt. Eine Studie analysierte Risikofaktoren und das klinische Management dieser Patienten.

Uveitis

Tuberkulose als globales Gesundheitsproblem

Die Tuberkulose (TB) bleibt ein globales Gesundheitsproblem, das jährlich weltweit etwa 10,6 Millionen Menschen betrifft. Neben Manifestationen in der Lunge kann die TB unter anderem auch die Augen als OTB (okuläre Tuberkulose) betreffen. Unter Uveitiden hat die OTB je nach Region eine Prävalenz zwischen 3% und 11%. Die Behandlung erfolgt in der Regel durch die Anwendung einer antituberkulösen Therapie (ATT), besonders wenn Mycobacterium tuberculosis nachweisbar ist.

Infektiöse Uveitis trotz erfolgreicher TB-Behandlung

Bisher sind Studien zu Uveitis-Rückfällen nach Tuberkulosebehandlung rar. Neuere Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Rückfälle im Langzeitverlauf selbst nach einer erfolgreichen ATT möglich sind.

Kohortenstudie analysiert Langzeitrisiko nach erfolgreicher TB-Behandlung

Eine Studie untersuchte das Risiko von Uveitis-Rückfällen nach erfolgreicher OTB-Behandlung bei 93 Patienten und analysierte geeignete Managementstrategien für solche Rückfälle.

Definition von Behandlungs- und Patientengruppen

Patienten, die alle Kriterien einer OTB oder aktiven systemischen TB - positiver Interferon-Gamma-Release-Assay (IGRA) oder Tuberkulinhauttest -  erfüllten, wurden als Patientengruppe 1 klassifiziert.

Diese wurden anfänglich mit ATT und einer Kombination aus Immunsuppressiva) und lokalen Kortikosteroiden (KS) behandelt.

Patienten  mit einer undifferenzierten Uveitis und TB-Immunreaktivität fielen in Patientengruppe 2.

Behandlung beeinflusste Erreichen klinischer Inaktivität

75 der 93 Patienten erreichten im Mittel nach 3,97 Monaten klinische Inaktivität. Eine längere Dauer bis zur Uveitis-Inaktivität wurde bei Patienten beobachtet, die mit einer Kombination aus ATT und systemischen KS oder Immunsuppressiva behandelt wurden.

Risiko und Prädiktoren für Uveitis-Rückfälle

Es wurde bei 33,3% der Patienten mit OTB ein erster Uveitis-Rückfall nach einer medianen Zeitspanne von 11,9 Monaten dokumentiert, wobei schlechtes Ansprechen auf die Erstbehandlung der Uveitis  mit einem erhöhten Rückfallrisiko verbunden war.

Management von Uveitis-Rückfällen meist mit topischen Kortikosteroiden

Uveitis-Rückfälle manifestierten sich hauptsächlich als vordere Uveitis, und die meisten dieser Episoden wurden effektiv mit Immunsuppressiva behandelt, ohne dass eine erneute ATT notwendig war.

Signifikanter Prädiktor für Rückfälle wurde identifiziert

Ein  schlechtes Ansprechen auf die Behandlung der anfänglichen Uveitis (anhaltende okuläre Entzündung sechs Monate nach Behandlungsbeginn), konnte als signifikanter Prädiktor für Rückfälle ermittelt werden.

Pathomechanismen postinfektiöser Uveitis müssen weiterhin erforscht werden

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass trotz erfolgreicher Erstbehandlung einer OTB ein erhebliches Rückfallrisiko für eine Uveitis besteht, vor allem bei Patienten, die schlecht auf die initiale Therapie ansprachen. Hieraus wird die Notwendigkeit einer langfristigen Nachbeobachtung und weiterer Forschung zur intraokularen Homöostase und den Mechanismen einer postinfektiösen Uveitis deutlich.

Autor:
Stand:
07.05.2024
Quelle:

Putera et al. (2024): Relapse in ocular tuberculosis: relapse rate, risk factors and clinical management in a non-endemic country. British Journal of Ophthalmology; DOI: 10.1136/bjo-2024-325207

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