Der Konsum von E-Zigaretten (elektronischen Zigaretten) wird mit zahlreichen negativen Folgen in Verbindung gebracht und dennoch sind diese seit 2014 das am häufigsten konsumierte Tabakprodukt unter Jugendlichen in den USA. Darüber hinaus ist zu vermerken, dass Mehrfachkonsum von Tabakwaren immer beliebter wird. Studien haben gezeigt, dass Zigarettenkonsum mit Augenschäden und einem erhöhten Risiko für Erkrankungen wie Uveitis, altersbedingte Makuladegeneration sowie Katarakt in Verbindung gebracht werden kann. Die Auswirkungen von E-Zigaretten auf das okuläre System sind noch weitestgehend unerforscht.
Studie untersucht Einfluss des Rauchens auf Augensymptome bei Jugendlichen
Eine aktuelle Studie untersuchte den Schweregrad und die Häufigkeit von Augensymptomen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Zigaretten und/oder E-Zigaretten rauchten. 4.351 Personen zwischen 13 und 24 Jahre wurden hinsichtlich ihres Tabakkonsumverhaltens befragt und haben Angaben bezüglich der allgemeinen Sehkraft, der Häufigkeit von beeinträchtigenden Symptomen und deren Schweregrad getätigt.
Mehrfachkonsum ist folgenschwerer
Neben systemischen Beeinträchtigungen wie einem schlechteren allgemeinem Gesundheitszustand, Schlafstörungen und einem höheren Risiko für vaskuläre Erkrankungen, stellte sich ein doppelter Konsum von sowohl E- als auch normalen Zigaretten als schädlicher im Vergleich zu einfachem Gebrauch dar. Doppelte Konsumenten gaben am häufigsten an, mäßig bis sehr schwere Augensymptome zu erleiden, im Vergleich mit Personen, die lediglich E-Zigaretten oder nur Zigaretten rauchten.
Personen, die innerhalb der letzten sieben Tage doppelten Konsum betrieben hatten, gaben an, stärkere Symptome zu erleiden als jene, die dies zuletzt vor 30 Tagen getan hatten. Dies unterstützt die allgemeine Hypothese, dass Doppelkonsumenten mit erhöhtem Risiko okuläre Symptome erleiden und diese unabhängig von der Häufigkeit des Konsums auftreten.
Zigarettenkonsumenten erlitten mehr Augensymptome
Personen, welche einzig Zigaretten rauchten, gaben an eine schlechtere Sehkraft zu haben, als jene, die nur E-Zigaretten konsumierten. Die vermehrten Augensymptome wie Trockenheit, Rötungen und Schmerzen können unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass Rauchen ein Risikofaktor für den Zustand eines trockenen Auges sein kann. Denn der Rauch der Zigaretten beinhaltet freie Radikale, welche den oxidativen Stress erhöhen und den Tränenfilm schädigen. Ein trockenes Auge kann folglich die benannten Augensymptome hervorrufen.
E-Zigarettenkonsumenten waren besorgter
Im Vergleich mit den anderen Gruppen gaben Personen, die nur E-Zigaretten konsumierten, häufiger an, besorgt über ihre Sehkraft zu sein, als jene, die nur Zigaretten rauchten.
Die Studienlage zu den tatsächlichen Auswirkungen von E-Tabakkonsum auf die Augen ist dünn, jedoch kursieren zahlreiche Vermutungen von potenziell schädlichen Auswirkungen auf das visuelle System. Dies könnte einer der Gründe sein, warum Konsumenten von E-Zigaretten eine höhere Besorgnis bezüglich ihres Sehvermögens zeigten, obwohl in dieser Studie festgestellt wurde, dass E-Zigarettenkonsumenten weniger schwerwiegende Beschwerden der Augen hatten und seltener daran litten als Zigarettenkonsumenten.
Kausale und zeitliche Assoziation zwischen Symptomen und Rauchen unklar
Das Format der Querschnittsstudie erlaubt es nicht, anhand der Ergebnisse Rückschlüsse auf einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Rauchen von E-Zigaretten und Zigaretten und dem Auftreten von okulären Symptomen zu schließen. Weiterhin muss bedacht werden, dass andere Faktoren wie Bildschirmzeit und Gesichtsmasken zu verstärkten Symptomen bei der untersuchten Kohorte geführt haben können.
Appell zur Rauchberatung
Die Studie erkannte einen Zusammenhang zwischen dem Doppelkonsum von E-Zigaretten und Zigaretten und einem schwereren, sowie häufigeren Auftreten von Augensymptomen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Ergebnisse suggerieren, dass Augenärzte junge Tabakkonsumenten untersuchen und beraten sollten, um das Auftreten von ophthalmologischen Komplikationen zu reduzieren.









