Die Freie Allianz der Länder-KVen (FALK) hat das Anfang Juni vorgestellte Positionspapier der ABDA zur Primärversorgung kritisiert. Die Kassenärztlichen Vereinigungen werfen der Apothekerschaft vor, die Grenzen zwischen Apotheke und Arztpraxis verwischen zu wollen. Diagnosestellung, Therapieplanung und Behandlung seien originäre ärztliche Aufgaben und dürften nicht schrittweise in Apotheken verlagert werden.
„Die ABDA verlässt den Boden einer vernünftigen Arbeitsteilung und greift nach Aufgaben, die ihr einfach nicht zustehen“, sagten die FALK-Vorstände. Wer suggeriere, ärztliche Verantwortung könne in Apotheken übernommen werden, gefährde die Patientensicherheit.
Streitpunkt: Mehr Kompetenzen für Apotheken
Auslöser der Kritik ist das ABDA-Positionspapier „Die zukünftige Rolle der Apotheke in der Primärversorgung“. Darin schlägt die Standesvertretung unter anderem vor, Apotheken stärker in die Ersteinschätzung von Patienten einzubinden, Präventions- und Früherkennungsangebote auszubauen sowie Videosprechstunden und assistierte Telemedizin aus der Apotheke zu ermöglichen. Zudem sollen Apotheker bei definierten, unkomplizierten Erkrankungen im Rahmen klarer Entscheidungskorridore bestimmte verschreibungspflichtige Arzneimittel direkt abgeben können. Voraussetzung seien abgestimmte Prozesse und eine enge Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft.
Auch in der Routineversorgung sieht die ABDA zusätzliche Aufgaben für Apotheken vor. Dazu gehören unter anderem die kontinuierliche Pflege des elektronischen Medikationsplans, strukturierte Programme zur Förderung der Therapietreue und definierte Monitoringaufgaben bei stabilen chronischen Erkrankungen wie Hypertonie, Asthma oder Diabetes. Auffällige Befunde sollen dabei an die behandelnden Ärzte zurückgemeldet werden.












