Genf. Tuberkulose (TB) ist weiterhin die tödlichste Infektionskrankheit der Welt. Für das Jahr 2023 weist der in Genf veröffentlichte Jahresbericht des Globalen Funds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria rund 1,3 Millionen TB-Todesfälle aus. Damit bestätigt der Fund die anhaltend hohe weltweite Krankheitslast. Nicht nur die Zahl der Todesfälle durch TB ist hoch, sondern auch die Zahl der Neuerkrankungen: 2023 erkrankten weltweit rund 10,8 Millionen Menschen neu an TB. Mit diesen Kennzahlen sei TB trotz grundsätzlich guter Heilungschancen weiterhin eine enorme globale Last, so der Global Fund.
Warum die Tuberkulose-Zahlen so hoch bleiben
Der Global Fund benennt mehrere Ursachen für die unverändert hohe Zahl an TB-Opfern. Vor allem fehle es in vielen Ländern an finanziellen Mitteln, um Diagnostik, Prävention und Behandlung verlässlich zu finanzieren. In den besonders betroffenen Staaten Afrikas und Südasiens fehle es darüber hinaus an gut ausgestatteten Gesundheitssystemen. Hinzu komme eine Zunahme arzneimittelresistenter TB-Formen, die Therapien erschwert und verlängert. Nach Einschätzung des Global Funds sind diese Faktoren so stark, dass sie die bisherigen Fortschritte in der Krankheitsbekämpfung gefährden und Erreichtes wieder zunichtemachen könnten.
Behandlungsabdeckung für alle TB-Formen vielerorts auf Höchstwert
Der Jahresbericht des Globalen Funds beinhaltet auch positive Nachrichten: Demnach stieg In den durch den Globalen Fund unterstützten Ländern die Behandlungsabdeckung für alle TB-Formen auf einen Höchstwert. Gleichzeitig bleibe der Zugang aber ungleich verteilt, und in Krisen- und Konfliktregionen breche die Versorgung häufiger weg. Der Fund nennt als zusätzliche Belastungsfaktoren Verschuldung, Vertreibung, Konflikte und die Erosion grundlegender Rechte. In der Summe entstehe ein Umfeld, in dem vermeidbare Todesfälle nicht konsequent verhindert werden können.
Im Jahresbericht weist der Global Fund auch aktuelle Zahlen für AIDS-bedingte Todesfälle und die Verbreitung von HIV aus. Demnach liegt die Zahl der AIDS-bedingten Todesfälle für 2024 bei etwa 630.000. Dies sei ein Rückgang, liege aber weiterhin deutlich über den international angestrebten Zielwerten. Damit stelle HIV weiterhin ein erhebliches globales Gesundheitsrisiko dar.
Global Fund: Kampf gegen TB, HIV und Malaria ist bedeutend erschwert
Laut Global Fund drohen sinkende internationale Mittel, den Kampf gegen TB, HIV und Malaria auszubremsen. Der Fund spricht von verflochtenen Krisen, die Programme belasten und die Versorgung erschweren. Eine nachhaltige Finanzierung und stabile Systeme seien daher entscheidend, um die Todeszahlen weiter zu senken. Zudem verweist der Fund auf Resistenzen: beim TB-Erreger gegenüber Antibiotika und im Fall von Malaria gegen Medikamente und Insektizide.










