Definition
- Clusterkopfschmerz ist ein primärer, extrem einseitiger Schmerz im Bereich von Auge, Schläfe und Stirn
- Typisch: starke autonome Begleitsymptome wie Tränenfluss, Nasenverstopfung und Lidödem
Epidemiologie
- Prävalenz: etwa 0,1–0,2% der Bevölkerung betroffen; Männer häufiger betroffen (3:1)
- Häufigkeitsgipfel bei 28–30 Jahren; seltener bei Kindern oder älteren Personen
Pathogenese
- Ursachen nicht vollständig geklärt; Hypothalamus und trigeminale Fasern spielen wohl eine Rolle
- Zirkadiane Rhythmik des Hypothalamus könnte die Clusterverteilung erklären
- Bekannte Trigger: Alkohol, Lichtreize, Stress und Schlafmangel können Attacken auslösen
Klinik
- Schmerzen: extrem intensiv, meist als bohrend oder brennend beschrieben, oft im Augenbereich
- Cluster treten bis zu achtmal täglich auf, meist zur gleichen Tageszeit, verstärkt nachts
- Bewegungsdrang und stark beeinträchtigte Lebensqualität durch Schmerzen und Begleitsymptome
Diagnostik
- Anamnese und Klinik nach ICHD-3-Kriterien
- Bildgebung (MRT) zum Ausschluss von anderen Erkrankungen, besonders bei atypischer Symptomatik
Therapie
- Akuttherapie: Sauerstoffinhalation, Sumatriptan oder Zolmitriptan (parenteral), Kortikoide
- Prophylaxe: Verapamil als Standard, bei Unverträglichkeit auch Lithium oder Topiramat
- Alternative Therapien: In schweren Fällen SPG-Stimulation oder Nervenblockaden
Prognose
- Etwa 80% leiden unter episodischem Verlauf, 10–15% entwickeln eine chronische Form
- Therapie kann Symptome lindern, aber Clusterkopfschmerz bleibt meist lebenslang bestehen
- Spontane Remission möglich, häufiger bei episodischen Verläufen









