Definition
- Eine Netzhauterkrankung, die durch Gefäßveränderungen infolge von Diabetes verursacht wird
- Betroffene Gefäße verlieren ihre Funktion durch erhöhte Permeabilität und mikrovaskuläre Verschlüsse
- Unterteilt in nichtproliferative und proliferative Formen, abhängig vom Schweregrad
Epidemiologie
- Weltweit Hauptursache für Erblindung bei Diabetikern, insbesondere in Industrieländern
- Betrifft etwa 25% der Typ-1-Diabetiker und bis zu 16% der Typ-2-Diabetiker
- Das Risiko steigt mit der Dauer des Diabetes und schlechter Blutzuckerkontrolle
Pathogenese
- Chronisch erhöhter Blutzucker führt zu Schäden an der Blut-Retina-Schranke und den retinalen Gefäßen
- Aktivierung von Proteinkinase C und Polyolweg fördert Gefäßpermeabilität und Kapillarschäden
- Die resultierende Ischämie induziert Neovaskularisationen, die zu weiteren Komplikationen führen
Klinik
- Im Frühstadium oft keine Symptome, später langsamer Sehverlust und flackerndes Sehen
- Netzhautblutungen, traktionale Netzhautablösung und Glaskörperblutung in fortgeschrittenen Fällen
- Diabetisches Makulaödem führt zu starker Visusminderung und wird oft von Ödemen begleitet
Diagnostik
- Regelmäßige augenärztliche Untersuchungen mit Funduskopie und OCT ab Diagnosestellung von Diabetes
- Fundus-Fluoreszenzangiographie zur genauen Bestimmung von Ischämiezonen und Neovaskularisationen
- Optische Kohärenztomographie (OCT) zur Detektion von Makulaödem und Netzhautdicke
Therapie
- Optimale Stoffwechseleinstellung, Blutzuckerkontrolle, und Behandlung von Hypertonie
- VEGF-Inhibitoren wie Aflibercept und Ranibizumab bei Makulaödem oder Neovaskularisationen
- Laserkoagulation und operative Vitrektomie bei fortgeschrittenen Komplikationen
Prognose
- Frühzeitige Diagnose und Therapie können das Fortschreiten verhindern
- Ohne Intervention kann die diabetische Retinopathie zu vollständigem Sehverlust führen
- Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind entscheidend für eine erfolgreiche Langzeitprognose









