Die Strategische Arbeitsgruppe für Impfungen (SAGE) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Empfehlungen für die Priorisierung von Covid-19-Impfungen überarbeitet. Unter Berücksichtigung der Auswirkungen von Omikron und der hohen Bevölkerungsimmunität aufgrund von SARS-CoV-2-Infektionen und Covid-19-Impfungen werden zusätzliche Auffrischungsimpfungen fortan nur noch für Personen mit „hohem Risiko“ empfohlen, teilte die WHO in einer Pressemitteilung mit [1].
Priorisierung von Covid-19-Impfungen – Auffrischimpfung nur noch für Gruppe mit hohem Risiko
In der überarbeiteten Roadmap wurden drei Prioritätsgruppen für die Covid-19-Impfung definiert: hoch, mittel und niedrig. Die Einteilung richtet sich nach dem individuellen Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung oder eines Todesfalls.
Die Prioritätsgruppe mit „hohem“ Risiko umfasst ältere Erwachsene, jüngere Erwachsene mit signifikanten Komorbiditäten wie Diabetes und Herzkrankheiten, Menschen mit immunsuppressiven Erkrankungen wie HIV und Transplantatempfänger, Schwangere sowie medizinisches Personal. Für diese Gruppe empfiehlt die SAGE eine zusätzliche Auffrischimpfung – entweder sechs oder zwölf Monate nach der letzten Dosis. Der Zeitrahmen hängt von Faktoren wie Alter und Immunsituation ab.
Keine Auffrischimpfungen für Menschen mit mittlerem Risiko
Für Menschen mit „mittlerem“ Risiko, die grundimmunisiert sind und eine Auffrischimpfung erhalten haben, werden fortan keine weiteren Corona-Auffrischimpfungen empfohlen. Hierzu zählen gesunde Erwachsene unter 60 Jahren sowie Kinder und Jugendliche mit Immunschwäche und anderen Vorerkrankungen. Bei ihnen sei der Nutzen einer weiteren Covid-19-Impfung gering, begründen die WHO-Impfexperten ihre Entscheidung. Ein Risiko würden die Booster aber auch nicht bergen.
Gesunde Kinder und Jugendliche haben niedrige Priorität bei Covid-19-Impfungen
Die Gruppe mit niedriger Priorität umfasst gesunde Kinder und Jugendliche im Alter von sechs Monaten bis 17 Jahren. Grund- und Auffrischungsimpfungen sind bei Kindern und Jugendlichen sicher und wirksam, so die SAGE. Die Auswirkungen der Covid-19-Impfung gesunder Kinder und Jugendlicher auf die öffentliche Gesundheit seien allerdings viel geringer als der nachgewiesene Nutzen traditioneller Vakzine wie Rotavirus-, Masern- und Pneumokokken-Konjugatimpfstoffe. In Anbetracht der geringen Krankheitslast sollten Länder, die eine Impfung dieser Altersgruppe in Erwägung ziehen, ihre Entscheidungen auf kontextbezogene Faktoren wie Krankheitslast, Kosteneffizienz und andere gesundheitliche oder programmatische Prioritäten stützen.
BA.5 adaptierter mRNA-Impfstoff – Option für erste Impfserie
Unabhängig von der Roadmap hat die SAGE ihre Empfehlungen für bivalente Covid-19-Impfstoffe aktualisiert. Demnach können Länder die Verwendung des an BA.5 adaptierten mRNA-Impfstoffs für die erste Impfserie in Betracht ziehen.










