Atopische Dermatitis (AD) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die die Lebensqualität von Patienten erheblich beeinträchtigen kann. In der klinischen Praxis wird der Schweregrad der Erkrankung in der Regel mithilfe von Scores wie dem EASI (Eczema Area and Severity Index) oder dem SCORAD (Scoring of Atopic Dermatitis) bestimmt. Die Ergebnisse stimmen jedoch häufig nicht mit dem von den Patienten empfundenen Schweregrad überein.
Das Ziel einer kürzlich durchgeführten Studie war daher die Identifizierung von Faktoren, die aus Patientensicht mit einer Beeinträchtigung der Lebensqualität bei Erwachsenen mit AD assoziiert sind.
Beeinträchtigung bei Freizeitaktivitäten als wichtigster Faktor
Für die Analyse nutzten die Forscher Daten einer internationalen im Querschnittsdesign durchgeführten webbasierten Umfrage unter Patienten mit AD sowie maschinelle Lernverfahren. Dabei sollten die Faktoren mit der stärksten Auswirkung auf die Lebensqualität identifiziert werden.
Im Zeitraum zwischen Juli und September 2019 nahmen 2.314 erwachsene Patienten aus zehn Ländern mit einer durch Dermatologen diagnostizierten AD an der Umfrage teil. Die Teilnehmer beantworteten Fragen zu ihrer Krankheitsgeschichte, Symptomen, Lebensqualität und Behandlungserfahrungen. Das durchschnittliche Alter zum Zeitpunkt der AD-Diagnose betrug 20,2 Jahre und die mittlere Erkrankungsdauer 19 Jahre. 13,3% litten, gemessen an der betroffenen Körperoberfläche, an moderater bis schwerer AD.
Bei der Messung der Lebensqualität gaben 44% der Patienten einen Dermatology Life Quality Index (DLQI) von >10 an. Dies entspricht einem großen bis extrem großen Einfluss auf die Lebensqualität. Beeinträchtigungen bei Freizeitaktivitäten stellte dabei den wichtigsten Faktor dar. Ein Krankenhausaufenthalt aufgrund der AD während des letzten Jahres sowie Art und Schweregrad der Krankheitsschübe waren weitere prominente Einflussfaktoren, wohingegen das Ausmaß der betroffenen Körperoberfläche eine untergeordnete Rolle spielte.
Relevanz für die Praxis
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Beeinträchtigung der Lebensqualität von AD-Patienten mit den traditionell in der klinischen Praxis verwendeten Instrumenten oft nur unzureichend vorhersagen lässt. Aus Patientensicht spielen in Bezug auf die empfundene Lebensqualität auch nicht hautbezogene Aspekte eine wichtige Rolle. Insbesondere starke Einschränkungen bei Aktivitäten werden von Patienten mit AD als belastend empfunden. So konnten bereits mehrere Studien einen Zusammenhang mit der Ausprägung von Symptomen wie Schlafstörungen und dem Auftreten psychischer Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen zeigen.
Eine stärkere Berücksichtigung der genannten Faktoren ebenso wie der Einbezug der psychischen Gesundheit könnten dazu beitragen, die Behandlung zu optimieren und die Lebensqualität der Patienten zu steigern.









