Die atopische Dermatitis ist eine chronische entzündliche Hauterkrankung, welche die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Neue Antikörper-basierte Therapien wie Tralokinumab und Dupilumab haben bereits vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung moderater bis schwerer Formen dieser Erkrankung gezeigt. Da bisher allerdings nur Vergleichsstudien dieser Therapien nach einer 16-wöchigen Behandlungsdauer vorlagen, wurde nun eine Studie durchgeführt, die die Wirksamkeit von Tralokinumab und Dupilumab auch nach einer 32-wöchigen Behandlungsdauer untersuchte.
Vergleichsstudie mittels MAIC: Ein innovativer Ansatz
Aufgrund fehlender Studien, die die Wirksamkeit von Tralokinumab und Dupilumab nach 32 Wochen Therapiedauer direkt miteinander vergleichen, wurde von Torres et al. eine sogenannte Matching-Adjusted Indirect Comparison (MAIC) durchgeführt. Diese Methode ermöglicht es, Patientendaten aus verschiedenen Studien zu harmonisieren und somit indirekte Vergleiche anzustellen, wenn direkte Vergleichsstudien fehlen.
Im Rahmen der Studie wurden Daten von insgesamt 250 Patienten aus der Phase-III-Studie ECZTRA-3, die mit Tralokinumab in Kombination mit topischen Kortikosteroiden (TCS) behandelt wurden, analysiert. Nach der Anpassung und dem Matching der Patientendaten ergab sich eine effektive Stichprobengröße von 123,4 Patienten. Diese Gruppe war gut mit der Dupilumab plus TCS Gruppe aus der LIBERTY AD CHRONOS Studie ausbalanciert, was die Vergleichbarkeit der Ergebnisse sicherstellte.
Vergleichbare Wirksamkeit nach 32 Wochen
Sowohl Tralokinumab als auch Dupilumab zeigten nach 32 Wochen in Kombination mit TCS eine ähnliche Wirksamkeit. Der Anteil der Patienten, die eine nahezu vollständige Heilung (IGA 0/1) erreichten, war bei Tralokinumab mit 49,9% etwas höher als bei Dupilumab mit 39,3%. Für andere klinische Endpunkte, wie den EASI-50, EASI-75 und EASI-90, waren die Anteile der Responder in beiden Gruppen nahezu identisch.
Eine besonders interessante Entdeckung war, dass Tralokinumab eine signifikant größere Verbesserung der Lebensqualität (DLQI) bewirkte. Die durchschnittliche Veränderung des DLQI vom Ausgangswert betrug bei Tralokinumab -12,1 im Vergleich zu -10,4 bei Dupilumab, was auf eine statistisch signifikante Überlegenheit von Tralokinumab hinweist.
In Bezug auf die Patientenorientierte Ekzem-Messung (POEM) und die Linderung des täglichen Juckreizes (NRS) zeigten beide Behandlungsgruppen vergleichbare Verbesserungen. Dies unterstreicht, dass sowohl Tralokinumab als auch Dupilumab effektiv zur Reduktion der Krankheitssymptome beitragen.
Methodische Unterschiede und ihre Implikationen
Beide Studien verwendeten topische Kortikosteroide als Begleitmedikation, wobei deutliche Unterschiede in deren Anwendung auffielen. So wurden vor Beginn der Studie unterschiedliche Auswaschzeiten eingehalten und verschiedene Präparate genutzt. Weiterhin wurde in der LIBERTY AD CHRONOS-Studie weder die Menge noch die Art der Anwendung dokumentiert. Insgesamt bleibt also unklar, inwieweit die Verwendung der topischen Kortikosteroide einen Einfluss auf die Ergebnisse der Studie genommen hat.
Eine weitere Limitation ergibt sich aus der fehlenden Berücksichtigung der Sicherheitsprofile beider Wirkstoffe in der Studie. Daher wären weitere Vergleichsstudien wünschenswert, um die Ergebnisse zu bestätigen und zusätzliche Daten zur Sicherheit und zur Rolle der topischen Kortikosteroide zu liefern.









