AstraZeneca kündigte am Donnerstag das Aus für das Programm zur Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen mit dem gegen IL-23 gerichteten Antikörper Brazikumab an. Der Pharma-Riese begründete die Entscheidung mit einer Überprüfung des Entwicklungszeitplans des Medikaments, welcher von "nicht behebbaren Verzögerungen aufgrund globaler Ereignisse" geprägt wurde, sowie mit der sich stetig entwickelnden Wettbewerbslandschaft.
Zum umfangreichen Entwicklungsprogramm von Brazikumab zählten die Phase-IIb/III-Studie INTREPID zur Behandlung von Morbus Crohn und die Phase-II-Studie EXPEDITION bei Colitis ulcerosa, sowie ihre jeweiligen offenen Verlängerungsstudien.
Obwohl Brazikumab bereits 2015 vielversprechende Studienergebnisse bei der Behandlung von Morbus Crohn gezeigt hatte, fehlt dem Medikament bisher eine wegweisende Studie. Währenddessen sind andere monoklonale Antikörper wie AbbVie's Skyrizi (Risankizumab) bereits für Morbus Crohn zugelassen oder wie Johnson & Johnson's Tremfya (Guselkumab) und Eli Lilly's Mirikizumab bereits in später Entwicklungsphase.
Experten sind sich darüber einig, dass Brazikumab, trotz seiner frühen Erfolge als einer der ersten IL-23-Hemmer in Phase-II-Studien bei der Behandlung von Morbus Crohn, durch seine häufigen Besitzerwechsel in der Entwicklung zurückgeworfen wurde.









