Die Leberzirrhose ist weit verbreitet und kann zu Veränderungen des zentralen Nervensystems (ZNS) führen. Dazu gehören auch neurologische und psychiatrische Aspekte. Dieses schädliche Kontinuum von klinisch-pathologischen Manifestationen resultiert dabei aus einer Hyperammonämie. Unabhängig davon, ob die Krankheit als minimale hepatische Enzephalopathie oder als offene hepatische Enzephalopathie auftritt, führt sie unweigerlich zu einer Morbidität, die Koma und Stupor umfasst.
Therapie der Hyperammonämie
Um der Hyperammonämie entgegenzuwirken, wird in der Pharmakotherapie entweder ein Antibiotikum (Rifaximin) oder ein nicht-absorbierbares Disaccharid wie Lactulose/Lactitol, eingesetzt. Diese helfen, die Ammoniakproduktion im Darm zu minimieren. Weitere Fortschritte im Verständnis der Pathogenese haben zur Verwendung von L-Ornithin-L-Aspartat (LOLA) geführt. LOLA steigert die Harnstoffausscheidung und senkt den Ammoniakspiegel, indem es bestimmte Enzyme aktiviert und die Bereitstellung von Substraten erhöht, wodurch der Umsatz im Krebs-Zyklus gesteigert wird.
Studie untersucht Wirksamkeit von L-Ornithin-L-Aspartat
In einer in Indien durchgeführten, randomisierten, kontrollierten Studie wurde die Wirksamkeit von intravenösem LOLA mit der Wirksamkeit von oral verabreichtem LOLA bei Patienten mit chronischer Lebererkrankung (CLD) und offener hepatischer Enzephalopathie (OHE) verglichen (Clinical Trials Registry-India: CTRI/2020/12/029943). Eine Gruppe erhielt LOLA oral in Form von 5-g-Beuteln alle vier Stunden über fünf Tage. Die andere Gruppe erhielt fünf Tage lang täglich 30 g LOLA intravenös über 24 Stunden in 500 ml Dextrose-Infusionen. In beiden Gruppen wurden zusätzlich Standardmedikamente (Rifaximin und Lactulose) verabreicht sowie weitere notwendige Behandlungen (z. B. Elektrolytkorrektur oder Sepsismanagement) durchgeführt.
L-Ornithin-L-Aspartat reduziert Serum-Ammoniakwerte
Jede Gruppe umfasste 20 Teilnehmer, die meisten im Alter zwischen 40 und 55 Jahren, und bis auf eine Person waren alle männlich. Beim Großteil der Teilnehmer fand sich ein erheblicher Alkoholkonsum (28-42 g pro Tag über einen Zeitraum von zehn Jahren) in der Vergangenheit als Ursache der Krankheit. Beim Vergleich der Ausgangs-Serum-Ammoniakwerte wurde festgestellt, dass die mittleren Serum-Ammoniakwerte in den einzelnen Gruppen über die fünftägige Therapie kontinuierlich und linear abnahmen. Der jeweilige Unterschied der mittleren Ammoniakwerte von Tag eins bis Tag fünf betrug 55,4 ± 32,58 µmol/L in der i.v.-Gruppe und 60,75 ± 13,82 umol/L in der oralen LOLA-Gruppe.
L-Ornithin-L-Aspartat verbesserte den Grad der hepatischen Enzephalopathie
Die Studienteilnehmer wurden zusätzlich nach dem Grad der hepatischen Enzephalopathie (HE) von eins bis vier klassifiziert. Die Korrelationsanalyse zur Untersuchung der Beziehung zwischen Ammoniakwerten und HE-Grad ergab einen Pearson-Koeffizienten von 0,702 (p < 0,001) am ersten Tag und 0,682 (p < 0,001) am fünften Tag. Dies zeigt eine signifikante positive Korrelation zwischen den Ammoniakwerten und dem Schweregrad der hepatischen Enzephalopathie.
Fazit
LOLA, ein synthetisches Analogon, das aus zwei körpereigenen Aminosäuren besteht, hat seine positive Wirkung bei der Linderung der hepatischen Enzephalopathie in dieser Studie unter Beweis gestellt. Dabei konnte es sowohl intravenös als auch oral verabreicht den Serum-Ammoniakwert und die Schwere der Enzephalopathie verbessern.








