Seit 1982 wird im Deutschen IVF-Register e.V. (D·I·R) der Fortschritt der Reproduktionsmedizin registriert. Wie es im neuesten Jahrbuch des Registers heißt, wurden seit der elektronischen Erfassung 1997 bis 2019 genau 340.053 Kinder geboren, die es ohne die deutsche Reproduktionsmedizin wahrscheinlich nicht geben würde.
Doch das Jahrbuch, in dem das Datenmaterial von 2019 ausgewertet wird, berichtet noch über weitere Fortschritte.
Weniger Mehrlingsschwangerschaften
So ist die Zahl der Mehrlingsgeburten bei IVF deutlich gesunken. 2018 betrug der Anteil noch fast 20 Prozent, 2019 lag er knapp über 18 Prozent.
Das ist vermutlich auch dem single embryo transfer zu verdanken, der in auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zwar ist die Schwangerschaftsrate nach Rückgabe von einem Embryo mit 39 % geringer als nach zwei Embryonen mit 48 % (Transfer Tag 5/6). Diese höhere Schwangerschaftsrate ist jedoch erkauft mit einer Mehrlingsrate von 33 % bei Frauen unter 35 Jahren. Durch den hohen Anteil von daraus resultierenden Frühgeburten stellt dies oft eine große, vermeidbare Belastung für Kinder und Eltern dar.
Rate an Überstimulationssyndrom sinkt
Insgesamt werden die assistierten reproduktionsmedizinischen Techniken immer sicherer. Das früher häufiger aufgetretene Überstimulationssyndrom liegt lediglich noch bei 0,3 %. Weitere Komplikationen wie Blutungen liegen bei 0,8 %
Erfolg hängt vom Alter ab
Eine zunehmende Bedeutung hat die kumulative Schwangerschaftsrate. Während es nach dem ersten Embryo-Transfer in 34,5 % zu Schwangerschaften kommt, liegt die Rate nach vier oder mehr Transfers bei 70 %. Auch hier zeigt sich eine starke Altersabhängigkeit: Patientinnen unter 35 sind nach mehr als vier Transfers zu über 80 % schwanger, bei der Altersgruppe der Frauen über 40 sind es lediglich 34,8 %.
Extra-Ausgabe für Paare mit Kinderwunsch
Das D·I·R® hat speziell für Paare mit Kinderwunsch die wichtigsten Eckdaten aus dem Jahrbuch ausgekoppelt und in einem Sonderheft zusammengefasst. Darin werden die aktuell wichtigen Themen in Sachen Reproduktionsmedizin erläutert und mit Erklärungen versehen.











