Chronische Nierenkrankheit: Früherkennung als Schlüssel zur Dialyseprävention

Aktuelle Studiendaten zeigen: Die chronische Nierenkrankheit (CKD) ist heute deutlich besser behandelbar als noch vor wenigen Jahren. Neue medikamentöse Therapieansätze ermöglichen es, das Fortschreiten der Erkrankung wirksam zu verlangsamen und in frühen Stadien teilweise eine Stabilisierung zu erreichen. Voraussetzung dafür ist eine konsequente Früherkennung mittels Blut und Urindiagnostik sowie eine leitliniengerechte Behandlung, um eine spätere Dialysepflicht möglichst zu vermeiden.

Blutbild

Früherkennung entscheidet über den Verlauf der CKD

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) betont, dass das lange als schicksalhaft geltende Krankheitsbild der chronischen Nierenkrankheit (CKD) heute nicht mehr dem aktuellen Stand der Medizin entspricht. Moderne Therapien können das Fortschreiten der Erkrankung effektiv bremsen – unabhängig von der zugrunde liegenden Ursache und oft über verschiedene Stadien hinweg.

Ein zentrales Problem bleibt jedoch die späte Diagnosestellung. Die CKD verläuft über viele Jahre asymptomatisch und wird häufig erst entdeckt, wenn die Nierenfunktion bereits reduziert ist.

Für eine effektive Früherkennung genügen laut DGfN zwei einfache Routineuntersuchungen:

  • eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) zur Beurteilung der Nierenfunktion
  • UACR (Urin-Albumin-Kreatinin-Quotient) zum Nachweis einer Albuminurie

Die Albuminurie ist häufig das früheste messbare Zeichen einer Nierenschädigung – oft lange bevor die eGFR sinkt. Wird ausschließlich die eGFR bestimmt, bleiben viele Betroffene in einem gut behandelbaren frühen Stadium unerkannt. Die aktuellen Vorsorge- und Check-up-Untersuchungen in Deutschland erfassen beide Parameter bislang nicht konsequent genug.

Moderne Therapien markieren einen Wendepunkt in der Nephrologie

Große klinische Studien und internationale Metaanalysen belegen inzwischen eindrucksvoll den Nutzen moderner nephroprotektiver Therapien. Die DGfN spricht von einem Paradigmenwechsel: Weg von der reinen Verzögerung des Funktionsverlusts – hin zur Chance einer Remission.

Eine internationale Metaanalyse im JAMA mit über 70.000 Patienten zeigt, dass SGLT2 Inhibitoren das Risiko einer Krankheitsprogression signifikant senken – unabhängig von:

  • Ausgangs eGFR
  • Ausmaß der Albuminurie
  • Ursache der CKD

Der schützende Effekt war selbst bei fortgeschrittener CKD nachweisbar.

Ein aktueller Übersichtsartikel in Kidney International beschreibt zudem, dass moderne Therapien erstmals das realistische Ziel einer Stabilisierung oder Normalisierung wichtiger Parameter ermöglichen. Je nach Stadium bedeutet das:

  • eine altersentsprechend sehr langsame Abnahme der eGFR oder
  • in frühen CKD Phasen eine deutliche Reduktion der Albuminurie bei stabiler Nierenfunktion.

Zu den zentralen Therapiebausteinen zählen:

Diese Fortschritte können jedoch nur wirken, wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt wird.

Screeninglücken in Deutschland

Trotz klarer Empfehlungen besteht in der klinischen Realität eine deutliche Untererfassung. Die InspeCKD-Studie zeigt, dass die Albuminbestimmung im Urin bei Risikopatienten (u. a. Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen) in deutschen Hausarztpraxen nur in 0,4 % der Fälle durchgeführt wird – trotz ihres hohen prognostischen Werts.

Damit bleibt ein entscheidendes diagnostisches Instrument weitgehend ungenutzt.

Praktische Konsequenzen für die Versorgung

Ein regelmäßiges Nierenscreening ist essenziell, insbesondere für Patienten mit:

  • Diabetes mellitus
  • Arterieller Hypertonie
  • Kardiovaskulären Vorerkrankungen

Die Kombination aus eGFR und UACR sollte fester Bestandteil der Routineversorgung bei Risikopersonen sein. Wird die CKD früh genug erkannt, können wirksame, gut verträgliche Therapien rechtzeitig eingeleitet und die Prognose entscheidend verbessert werden.

In vielen Fällen lässt sich eine drohende Dialysepflicht dadurch vermeiden oder zumindest um Jahre hinauszögern.

DGfN: Früherkennung und Therapie konsequent zusammendenken

Die DGfN fordert, Früherkennung und moderne Therapie künftig strategisch zu verbinden. Ein konsequentes, modernes Nierenscreening – kombiniert mit dem frühzeitigen Einsatz wirksamer leitliniengerechter Medikamente – kann die Zahl der Dialysepatienten nachhaltig senken und die Lebensqualität vieler Betroffener deutlich verbessern.

Prof. Dr. Sylvia Stracke fasst zusammen: „Wenn wir rechtzeitig hinschauen und moderne Therapien nutzen, können wir Nierenfunktion erhalten – oft ein Leben lang.“

Autor:
Stand:
12.02.2026
Quelle:

Pressemeldung der DGfN Nierenscreening heute wichtiger denn je – chronische Nierenkrankheit früh erkennen und Dialyse vermeiden, abgerufen am 21.01.2026

Hinweis: 
Diese Meldung wurde unter Zuhilfenahme von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt, redaktionell geprüft und freigegeben. Für die inhaltliche Richtigkeit und Aktualität wurden die Originalquellen herangezogen.

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