MDMA-unterstützte Therapie bei PTBS

Durch eine MDMA-unterstützte Therapie können Patienten mit mittelschweren bis schweren posttraumatischen Belastungsstörungen eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden erreichen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Depression PTBS

Posttraumatische Belastungsstörung

Bei der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) handelt es sich um eine schwerwiegende neuropsychiatrische Erkrankung, die durch traumatische Ereignisse ausgelöst wird und jährlich etwa 5% der US-Bevölkerung betrifft. Aktuell gilt die traumafokussierte Psychotherapie als Goldstandard in der Behandlung der PTBS. Darüber hinaus sind selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)- wie Sertralin und Paroxetin für die Behandlung der PTBS zugelassen.

Probleme bei der Therapie

Viele Erkrankte leiden trotz Therapie an einer anhaltenden Symptomatik. So ist die medikamentöse Behandlung bei nur etwas mehr als der Hälfte der Betroffenen wirksam.

Diese therapeutischen Schwierigkeiten können eine Verschärfung der Symptome oder eine Behandlungsresistenz zur Folge haben, und nicht selten entscheiden sich Patienten dazu, die Therapie vorzeitig zu beenden.

Was genau ist MDMA?

MDMA, oder Methylendioxy-N-methylamphetamin, ist ein Entaktogen, also eine psychoaktive Substanz, die dafür sorgt, dass die eigenen Emotionen intensiver wahrgenommen werden.

Es hemmt die Wiederaufnahme von Monoaminen und fördert gleichzeitig deren Freisetzung. Der Einsatz von MDMA kann zur Rekonsolidierung des Angstgedächtnisses beitragen, wodurch eine Modifikation traumatischer Erinnerungen möglich wird. Zudem hat MDMA die Fähigkeit, prosoziale Gefühle zu fördern und angstauslösende Reize zu mildern. Zudem besitzt MDMA die Fähigkeit, prosoziale Gefühle zu fördern und angstauslösende Reize zu mildern.

Studie zur Wirksamkeit

In einer kürzlich in Nature Medicine veröffentlichten Phase-III-Studie wurde die Wirksamkeit und Sicherheit der MDMA-unterstützten Therapie (MDMA-AT) bei der Behandlung von mittelschweren bis schweren PTBS untersucht. Es handelt sich dabei um eine randomisierte, doppelblinde, bestätigende Studie.

Insgesamt nahmen 104 Probanden mit PTBS aus ethnisch diversen Gruppen an der Studie teil. Dabei litten 26,9% der Teilnehmer an einer mittelschweren und 73,1% an einer schweren PTBS.

Der dissoziative Subtyp war bei 23,1% der Teilnehmer vorhanden. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip entweder der MDMA-AT oder der Placebogruppe mit Therapie zugeteilt.

Die Studie wurde von 94% der Teilnehmer abgeschlossen.

Unerwünschte Ereignisse im Rahmen der Studie

Psychiatrische Nebenwirkungen wie Suizidgedanken, Schlaflosigkeit und Angstzustände traten in beiden Gruppen ähnlich häufig auf.  Ein Teilnehmer aus der MDMA-AT-Gruppe entwickelte während der Behandlung erstmals aktive Suizidgedanken, wobei kein direkter Zusammenhang mit der MDMA-Anwendung nachgewiesen werden konnte.

Des Weiteren erlebten sieben Studienteilnehmer während der Behandlung schwerwiegende unerwünschte Ereignisse: fünf aus der MDMA-Gruppe und zwei aus der Placebo-Gruppe. Diese Ereignisse umfassten hauptsächlich milde kardiale Nebenwirkungen wie Herzklopfen, Tachykardien und Blutdruckanstiege. Es wurden keine Todesfälle oder andere gravierende unerwünschte Ereignisse verzeichnet.

Positive Auswirkungen der MDMA-AT auf PTBS-Symptome

Anhand der Studie konnte sowohl auf der CAPS-5-Skala, die den Gesamtschweregrad der Erkrankung beschreibt, als auch auf der SDS-Skala , die für die funktionelle Beeinträchtigung der Erkrankten steht, ein deutlicherer Rückgang durch die MDMA-unterstützte Therapie im Vergleich zur Placebogruppe erzielt werden.

Verbesserungen konnten in sämtlichen Lebensbereichen der Teilnehmenden, einschließlich Familien-, Arbeits- und Sozialleben, festgestellt werden. Generell wurde die Behandlung gut vertragen. Zusammengefasst deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die MDMA-AT die PTBS-Symptome deutlich mindern und die funktionelle Beeinträchtigung der Betroffenen erfolgreich reduzieren kann.

Autor:
Stand:
13.11.2023
Quelle:

Jennifer M. Mitchell et al. (2023): MDMA-assisted therapy for moderate to severe PTSD: a randomized, placebo-controlled phase 3 trial. nature medicine. DOI: 10.1038/s41591-023-02565-4

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