Durvalumab nach Radiochemotherapie bei inoperablem nicht kleinzelligem Lungenkrebs wirksam und sicher

Eine Phase-II-Studie aus Japan bestätigt die Wirksamkeit und Sicherheit von Durvalumab, das unmittelbar nach Abschluss der Radiochemotherapie bei Patienten mit inoperablem nicht kleinzelligem Lungenkrebs im Stadium III verabreicht wird.

Durvalumab

Lungenkrebs ist eine der häufigsten krebsbedingten Todesursachen. Nicht kleinzelliger Lungenkrebs (non-small cell lung cancer, NSCLC) macht 85% aller Lungenkarzinom-Histologien aus, und etwa 25% des NSCLC sind Erkrankungen im Stadium III. Derzeitiger Behandlungsstandard für Patienten mit nicht resezierbarem NSCLC im Stadium III ist die gleichzeitige Radiochemotherapie (CCRT) gefolgt von einer Durvalumab-Konsolidierung für bis zu zwölf Monate. Bisher war nicht bekannt, wann genau nach der Radiochemotherapie mit der Durvalumab-Therapie begonnen werden soll. Eine Forschungsgruppe aus Japan untersuchte nun die Wirksamkeit und Sicherheit von Durvalumab unmittelbar nach Abschluss der simultanen CCRT. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift 'Clinical Cancer Research' veröffentlicht [1].

Einschlusskriterien und Behandlungsprotokolle

Diese prospektive, einarmige, offene, multizentrische Phase-II-Studie wurde an 16 Institutionen in Japan durchgeführt. Alle Patienten dieser Studie hatten ein nicht resezierbares NSCLC im Stadium III und waren im Alter zwischen 20 und 74 Jahren. Sie wiesen ein Eastern Cooperative Oncology Group-Performance-Status (PS) von 0 oder 1 und eine ausreichende Organfunktion auf. 47 der 50 aufgenommenen Patienten konnten hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit beurteilt werden. Personen mit definitiver interstitieller Lungenentzündung, Autoimmunerkrankungen oder kontinuierlicher systemischer Verabreichung von Steroiden (Kortikosteroide 10 mg oder mehr) wurden ausgeschlossen.

42 Patienten (89%) erhielten die Protokollbehandlung bestehend aus zwei Zyklen platinbasierter Chemotherapie und eine thorakale Radiotherapie (60 Gy/30 Fr), gefolgt von einer Durvalumab-Konsolidierung ab dem nächsten Tag (bis zu fünf Tage) nach der letzten Strahlendosis für bis zu zwölf Monate. Bei fünf Probanden wurde aus unterschiedlichen Gründen von einer Durvalumab-Konsolidierung abgesehen.

Primärer Endpunkt war das progressionsfreie 1-Jahres-Überleben (PFS) ab der Registrierung vor Beginn der CCRT.

Wirksamkeit und Sicherheit von Durvalumab bestätigt

Das progressionsfreie 1-Jahres-Überleben ab der Registrierung betrug 75,0% (60%-Konfidenzintervall [KI] 69,0–80,0 und 95%-KI 59,4–85,3), was dem primären Endpunkt entsprach. Trotz der begrenzten Nachbeobachtungszeit waren auch die PFS-Ergebnisse und das Gesamtüberleben (OS) ermutigend. Während der gesamten Studienbehandlung wurde eine objektive Ansprechrate von 78,7% verzeichnet, und das mediane PFS ab Zulassung betrug 14,2 Monate (95%-KI: 13,4 bis nicht erreicht).

Die Inzidenz von Pneumonitis Grad 3/4 lag bei 4,3%, was mit einer japanischen Kohorte in der PACIFIC-Studie vergleichbar ist. Unerwartete Nebenwirkungen traten nicht auf.

„Unsere Daten belegen die Wirksamkeit und Sicherheit von Durvalumab, das unmittelbar nach Abschluss der CCRT bei Patienten mit inoperablem NSCLC im Stadium III verabreicht wurde“, kommentieren die Studienautoren.

Autor:
Stand:
25.03.2024
Quelle:

Nakamichi, S. et al. (2024): Phase II Study of Durvalumab Immediately after Completion of Chemoradiotherapy in Unresectable Stage III Non–small Cell Lung Cancer: TORG1937 (DATE Study). Clinical Cancer Research, DOI: 10.1158/1078-0432.CCR-23-2568.

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