Dringlichkeitsliste Kinderarzneimittel aktualisiert

Das BfArM hat die Dringlichkeitsliste Kinderarzneimittel Herbst-Winter 2023/2024 aktualisiert. Diese soll zu einer besseren Patientenversorgung im pädiatrischen Bereich beitragen.

update

Lieferengpässe, vor allem bei Kinderarzneimitteln, stellten im letzten Winter ein ernstes und zunehmendes Problem dar. In Abstimmung mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine sogenannte „Dringlichkeitsliste Kinderarzneimittel Herbst-Winter 2023/2024“ erstellt. Diese enthält essenzielle Kinderarzneimittel, die in der kommenden Infektionssaison einer angespannten Versorgungsituation unterliegen könnten. Ziel ist es, durch erleichterte Verordnungs- und Abgaberegelungen dieser Arzneimittel die Versorgung der pädiatrischen Bevölkerung sicherzustellen.

Flexiblere Verordnung und erleichterte Austauschmöglichkeiten

Die Verordnung von Arzneimitteln der Dringlichkeitsliste gelten nicht als unwirtschaftlich, auch dann nicht, wenn beispielsweise teurere Fertig- oder Rezepturarzneimittel verordnet werden. Zudem dürfen Apotheken Arzneimittel der Liste bei Nichtverfügbarkeit gegen ein wirkstoffgleiches Rezeptur- oder Fertigarzneimittel oder eine andere Darreichungsform ohne Rücksprache mit dem verordnenden Arzt austauschen. Eine Retaxation ist in diesen Fällen ausgeschlossen.

Aktualisierung ab Dezember gültig

Die Liste wird regelmäßig vom BfArM überarbeitet – so auch Anfang November. Die aktuelle Version ist ab dem 1. Dezember 2023 gültig.

Sie enthält 343 Fertigarzneimittel, die sich auf 17 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen verteilen. Neben einigen Antibiotika werden auch Fieber- und Schmerzmittel wie Paracetamol und Ibuprofen aufgeführt sowie das Beta-2-Sympathomimetikum Salbutamol und die beiden alpha-Sympathomimetika Xylometazolin und Oxymetazolin, die in abschwellenden Nasensprays und -Tropfen enthalten sind.

Die Liste ist alphabetisch nach Wirkstoffen sortiert und enthält Informationen zu den ATC-Codes, Arzneimittelnamen, Darreichungsformen, Zulassungsinhabern und den PZN (Pharmazentralnummer).

BfArM: Versorgungssituation derzeit stabil

Das BfArM bewertet insbesondere die Versorgung mit Antibiotika aufgrund der Produktionsdaten derzeit als grundsätzlich stabil. Die Entwicklung der anstehenden Infektionssaison könne allerdings nicht abgeschätzt werden, sodass einzelne Engpässe nicht vollständig ausgeschlossen werden könnten.

Autor:
Stand:
16.11.2023
Quelle:
  1. BfArM, Pressemitteilung: BfArM aktualisiert Dringlichkeitsliste für Kinderarzneimittel – Versorgung mit Antibiotika ist nach aktuellen Daten stabil, 06.11.2023
  2. BfArM, ALBVVG: Dringlichkeitsliste Kinderarzneimittel Herbst-Winter 2023/2024, zuletzt aufgerufen am 16.11.2023
  3. Deutscher Bundestag, Änderungsantrag 1 bis 20 der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP zum Entwurf des Pflegestudiumstärkungsgesetzes, BT-Drucksache 20/8105, 22.09.2023
  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden