Frühgeborene, die vor der 33. Schwangerschaftswoche geboren werden, gehören zu den anfälligsten Patientengruppen in der Pädiatrie. Ihre unreifen Immunsysteme erhöhen das Risiko für schwere Infektionen wie Pertussis oder Pneumokokkeninfektionen, die zu schweren Verläufen oder sogar lebensbedrohlichen Komplikationen führen können. Impfungen spielen eine essenzielle Rolle in der Prävention und im Schutz dieser Patienten.
Gleichzeitig gibt es Bedenken hinsichtlich potenzieller Nebenwirkungen, insbesondere des Risikos für Apnoen. Dabei handelt es sich um Atempausen, die bei Frühgeborenen aufgrund ihrer unreifen Atemregulation häufiger auftreten können. Frühere Untersuchungen wiesen auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Apnoen hin, jedoch fehlten bislang robuste Daten, um das Risiko und dessen klinische Relevanz genauer zu bewerten.
Untersuchung des Apnoe-Risikos bei Frühgeborenen nach Erstimpfungen
Eine kürzlich veröffentlichte randomisierte klinische Analyse in 'JAMA Pediatrics' untersuchte das Apnoe-Risiko bei hospitalisierten Frühgeborenen nach den empfohlenen Erstimpfungen. In die Studie wurden 223 hospitalisierte Frühgeborene mit einem Gestationsalter von weniger als 33 Wochen und einem postnatalen Alter zwischen sechs und zwölf Wochen eingeschlossen.
Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Etwa die Hälfte der Babys erhielt nach dem Zufallsprinzip im Alter von zwei Monaten die erste empfohlene Impfdosis, die vor Lungenentzündung, Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Hepatitis B, Kinderlähmung und Meningitis schützt. Die Kontrollgruppe blieb während des Studienzeitraums ungeimpft, durfte aber danach als Teil der Routineversorgung geimpft werden. Beide Gruppen wurden über einen Zeitraum von 48 Stunden intensiv überwacht, um das Auftreten von Apnoen und andere mögliche Nebenwirkungen zu dokumentieren.
Apnoe-Risiko, aber keine schweren Nebenwirkungen
Die Ergebnisse zeigten, dass 24 % der geimpften Frühgeborenen mindestens eine Apnoe-Episode hatten, verglichen mit 10 % in der ungeimpften Gruppe. Die Dauer und Häufigkeit der Apnoen unterschieden sich jedoch nicht signifikant zwischen den Gruppen (durchschnittlich 2,72 vs. 2,00 Episoden; 27,7 vs. 32,3 Sekunden).
Von entscheidender Bedeutung ist, dass während des 48-stündigen Überwachungszeitraums keine schwerwiegenden Nebenwirkungen wie kardiopulmonale Komplikationen auftraten. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass die vorübergehenden Risiken durch Apnoen im Vergleich zu den potenziell lebensbedrohlichen Folgen von Infektionskrankheiten als gering einzustufen sind.
Sicherheit und gezielte Aufklärung
Die Analyse bestätigt, dass Impfungen bei Frühgeborenen sicher sind und die aktuellen Impfempfehlungen gerechtfertigt bleiben. Das erhöhte Apnoe-Risiko erfordert jedoch eine gezielte Aufklärung der Eltern durch Neonatologen, so die Studienautoren. Frühgeborene sind besonders gefährdet für Infektionen wie Pertussis, die selbst Apnoen und schwere Krankheitsverläufe verursachen können.
Die Autoren betonen die Bedeutung evidenzbasierter Informationen, um Eltern über mögliche Nebenwirkungen zu informieren, ohne den Nutzen der Impfungen infrage zu stellen. Eine klare Kommunikation kann dazu beitragen, Ängste zu reduzieren und die Akzeptanz für Impfprogramme zu fördern.









