Sitravatinib scheitert in Phase-III-Kombinationsstudie bei Lungenkrebs

Mirati Therapeutics veröffentlicht Update zur Phase-III-Studie SAPHIRE. Demnach hat Sitravatinib in Kombination mit Opdivo (Nivolumab) bei fortgeschrittenem nicht kleinzelligem Lungenkrebs den primären Endpunkt des Gesamtüberlebens verfehlt.

Fail

Hintergrund

Mirati Therapeutics gab bekannt, dass die Phase-III-Studie SAPHIRE zur Bewertung von Sitravatinib in Kombination mit Opdivo (Nivolumab), einem PD-1-Inhibitor von Bristol Myers Squibb, bei fortgeschrittenem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) den primären Endpunkt des Gesamtüberlebens (OS) nicht erreicht hat. Das Unternehmen wird die Studiendaten zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen, heißt es in einer Pressemitteilung. Weitere Details sind noch nicht bekannt. Die Prüfärzte hätten jedoch die Möglichkeit, die Therapie auf Wunsch der Teilnehmenden fortzusetzen, die einen klinischen Nutzen erfahren haben, so Mirati [1].

SAPPHIRE-Studie: Sitravatinib plus Opdivo im Vergleich zu Docetaxel bei NSCLC

Die 2019 gestartete SAPPHIRE-Studie verglich die Kombination aus Sitravatinib plus Opdivo im Vergleich zu Docetaxel bei bis zu 532 PatientInnen mit nicht squamösem NSCLC in der Zweit- oder Drittlinientherapie, nachdem der Krebs trotz einer Chemotherapie und einer Behandlung mit einem Immun-Checkpoint-Inhibitor fortgeschritten war. Im vergangenen Dezember teilte Mirati nach einer vorläufigen OS-Analyse mit, dass Sitravatinib plus Opdivo Anzeichen von Wirksamkeit zeigen würde und die Studie bis zur abschließenden Bewertung fortgesetzt werde [2].

Das onkologisch orientierte pharmazeutische Unternehmen vermutete jedoch damals schon, dass Sitravatinib keine so hohen Umsätze erzielen würde wie der hauseigene KRAS-Inhibitor Krazati (Adagrasib). Krazati wurde Ende letzten Jahres von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde (Food and Drug Administration [FDA]) zur Behandlung von Erwachsenen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit KRAS-G12C-Mutation zugelassen, nachdem mindestens eine vorherige systemische Therapie erfolgt war.

So wirkt Sitravatinib

Sitravatinib ist ein in der Erprobung befindlicher spektrumselektiver Kinase-Inhibitor, der auf Rezeptortyrosinkinasen (RTKs) abzielt, darunter Rezeptoren der TAM-Familie (TYRO3, Axl und Mer), Rezeptoren der Split-Familie (VEGFR2 und KIT) sowie der Rearranged during Transfection (RET)-Rezeptor. Laut Mirati könne Sitravatinib über die potente Hemmung von TAM- und Spaltfamilien-RTKs die Resistenz gegen eine Checkpoint-Inhibitor-Therapie überwinden, indem es die immunsuppressive Mikroumgebung des Tumors gezielt umkehrt. Dadurch würden die antigenspezifische T-Zell-Antwort verstärkt und die von dendritischen Zellen abhängige Antigenpräsentation erweitert werden. Endgültige Schlussfolgerungen zur onkologischen Effizienz müssen aber noch abgewartet werden.

Autor:
Stand:
01.06.2023
Quelle:
  1. Mirati Therapeutics, Pressemitteilung, 24. Mai 2023.
  2. Mirati Therapeutics, Pressemitteilung, 02. Dezember 2022.
  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden
Orphan Disease Finder
Orphan Disease Finder

Hier können Sie seltene Erkrankungen nach Symptomen suchen: