Denguefieber ist eine weltweit bedeutende Tropen- und Reisekrankheit, die jährlich etwa 390 Millionen Infektionen und bis zu 25.000 Todesfälle verursacht. Übertragen durch Stechmücken der Gattung Aedes, tritt es hauptsächlich in Südostasien, Lateinamerika und Teilen Afrikas auf. Die Symptome reichen von hohem Fieber und starken Kopf- und Gelenkschmerzen bis hin zu schweren Komplikationen wie Dengue-Hämorrhagisches Fieber. Da keine spezifische antivirale Therapie existiert, konzentriert sich die Behandlung auf symptomatische Linderung. Präventive Maßnahmen umfassen Mückenschutz und Impfung in Endemiegebieten.
Ätiologie
- Erreger: Denguevirus (Serotypen DENV-1, DENV-2, DENV-3, DENV-4).
- Übertragung: Durch Stechmücken der Gattung Aedes, insbesondere Aedes aegypti und Aedes albopictus.
- Pathophysiologie: Viren gelangen nach dem Mückenstich in die Blutbahn und infizieren weiße Blutkörperchen, Infizierte Zellen wandern zu lymphatischen Geweben, vermehren sich und führen zur Zerstörung der Zellen und systemischen Entzündungsreaktionen. In schweren Fälle kann es zu einer Erhöhung der Gefäßpermeabilität und Blutungen kommen.
Verbreitung
- Fallzahlen: Schätzungsweise 390 Millionen Infektionen pro Jahr, bis zu 25.000 Todesfälle jährlich.
- Vorkommen: Verbreitet insbesondere in tropischen und subtropischen Gebieten, höchstes Risiko in Südostasien, Lateinamerika und Teilen Afrikas.
- Situation in Europa: Denguefieber ist in Europa selten, jedoch treten vereinzelt lokale Ausbrüche auf, insbesondere in Südeuropa. Fälle wurden in Ländern wie Spanien, Frankreich und Italien gemeldet, oft nach Einschleppung durch Reisende aus Endemiegebieten.
Aktuelle Ausbruchsgeschehen, Risikohinweise und genauere Informationen zu länderspezifischen Risiken können hier und hier eingesehen werden.
Symptome
Akute Phase
Die Symptome beginnen vier bis zehn Tage nach Infektion und persistieren i.d.R. zwei bis sieben Tage.
- Plötzliches hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, retroorbitale Schmerzen.
- Gelenk- und Muskelschmerzen (Knochenbrecherfieber), Hautausschlag, Übelkeit, Erbrechen.
Dengue-Hämorrhagisches Fieber und Dengue-Schock-Syndrom
Warnzeichen für einen hämorrhagischen Verlauf treten häufig in Verbindung mit einem Temperaturabfall einige Tage nach Krankheitsbegin auf. Dazu gehören:
- starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen
- Blutungen (Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Magen-Darm-Blutungen) und Bluterbrechen, Blut im Stuhl
- Müdigkeit, Verwirrtheit
- beschleunigte Atmung
- Starker Abfall der Thrombozytenzahl
Diagnostik
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Erhebung des Aufenthalts in Endemiegebieten und der Symptome.
- Labor: Zur Überprüfung der Thrombozytenzahl, Leber-, Bilirubin und Albuminwerte. Diese Parameter dienen auch als Prädiktor für die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs.
- Antigen-Nachweis: Denguevirus-Antigen (NS1) oder virale RNA mittels PCR während der akuten Phase.
- Antikörper-Nachweis: IgM-Antikörper sind vier bis fünf Tage nach Symptombeginn detektierbar. Außerhalb der akuten Krankheitsphase stattfindende serologische Tests können Kreuzreaktionen mit anderen Flavivirus-Infektionen oder -Impfungen zeigen, z.B. Gelbfieber, Japanische Enzephalitis oder FSME.
Therapie
- Kausale Therapie: Es existiert keine spezifische antivirale Behandlung.
- Symptomatische Behandlung: Flüssigkeitssubstitution, fiebersenkende Mittel (Paracetamol), Vermeidung von ASS und NSARs aufgrund des erhöhten Blutungsrisikos, Überwachung der Blutwerte.
Prophylaxe/Impfung
- Vermeidung von Mückenstichen: Insektenschutzmittel, lange, helle Kleidung, Moskitonetze, Mückengitter.
- Beseitigung von Brutstätten: Stehendes Wasser rund um Wohngebiete entfernen.
- Impfung: QDenga, empfohlen von der STIKO für Personen ab 4 Jahren bei Aufenthalt in Endemiegebieten, insbesondere nach einer bestätigten Dengue-Infektion.









