Leptospirose ist eine zoonotische Erkrankung, die durch das Bakterium Leptospira verursacht wird. Sie tritt in tropischen und subtropischen Regionen häufiger auf, kann jedoch weltweit vorkommen. Die Übertragung erfolgt meist durch direkten oder indirekten Kontakt mit Urin infizierter Tiere. Die Krankheit kann von milden grippeähnlichen Symptomen bis zu schweren, potenziell tödlichen Formen reichen.
Ätiologie
- Pathogen: Bakterien der Gattung Leptospira.
- Übertragungsweg: Durch direkten Kontakt mit dem Urin infizierter Tiere oder kontaminiertes Wasser und Boden.
- Pathophysiologie: Eintritt der Erreger über Hautläsionen oder Schleimhäute (z.B. Augen, Nase, Mund), nach Erreichen der Blutbahn können die Bakterien verschiedene Organe befallen, darunter Leber, Nieren, ZNS und Herz. Bei Organbefall kommt es zu Schädigung von Endothelzellen, was zu Vaskulitis und Organdysfunktion führt.
Vorkommen
- Verbreitung: Leptospirose tritt vor allem in tropischen und subtropischen Regionen auf, kann jedoch auch in gemäßigten Klimazonen vorkommen. Besonders gefährdet sind Regionen mit hoher Niederschlagsmenge und Überschwemmungen.
- Fallzahlen weltweit: Schätzungsweise eine Million Fälle pro Jahr weltweit, mit einer Mortalität von etwa 5-10%.
- Deutschland: In Deutschland werden jährlich etwa 30-50 Fälle gemeldet.
Symptome
Das klinische Bild der Leptospirose ist äußerst vielseitig und reicht von milden, grippeähnlichen Symptomen bis hin zu schweren septischen Verläufen, die innerhalb weniger Tage tödlich enden können. Zwischen diesen Extremen gibt es unterschiedlich schwere Krankheitsverläufe, die jedes Organsystem betreffen können. Über 90 % der Leptospirosen verlaufen jedoch mild oder subklinisch. Die WHO unterscheidet vier Verlaufsformen, häufig wird bei einer symptomatischen Leptospirose ein zweiphasiger Krankheitsverlauf beobachtet.
- Inkubationszeit: Sieben bis 14 Tage.
- Grippeähnliches Krankheitsbild: Die mildeste Verlaufsform zeigt sich mit Fieber, Kopfschmerzen, Myalgien, Exanthem, Bindehauthyperämie und geröteten Schleimhäuten.
- Weil-Krankheit: Klassische Trias aus Splenomegalie, Ikterus und Nierenversagen, außerdem Blutungen, Myokarditis, Meningitis.
- Meningitis / Meningoenzephalitis (ca. 5-25%): Starke Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Meningismus, veränderte Bewusstseinslage.
- Pulmonale Hämorrhagien: Verbunden mit hoher Letalität.
Weitere Manifestationen können Pankreatitis, Cholezystitis, Peri- und Myokarditiden und Rhabdomyolyse sein.
Diagnostik
- Anamnese und klinische Untersuchung: Berücksichtigung von Expositionsrisiken und klinischen Symptomen.
- Serologie: Nachweis von Antikörpern gegen Leptospira mittels ELISA oder MAT (Mikroagglutinationstest).
- PCR: Direkter Nachweis von Leptospira-DNA im Blut, Urin oder Liquor.
- Kultur: Anzucht des Erregers aus Blut, Urin oder Liquor, jedoch langwierig und technisch anspruchsvoll.
Therapie
- Antibiotische Therapie: Doxycyclin, vor allem wohl in der Frühphase effektiv, bei schweren Fällen Penicillin G oder Ceftriaxon intravenös.
- Supportive Maßnahmen: Flüssigkeitssubstitution, Schmerz- und Fiebersenkung, Behandlung von Organversagen (z.B. Dialyse bei Nierenversagen).










