Unter dem Motto „Urologie verbindet“ setzte der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie 2025 in Hamburg Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. Mit einer Roadmap, einer Mitgliederbefragung und ersten Projekten wurde aufgezeigt, wie ökologische Verantwortung künftig in Forschung, Klinik und Praxis verankert werden kann. Das Thema fand breite Resonanz bei den Teilnehmenden und prägte zentrale Diskussionen im wissenschaftlichen und berufspolitischen Programm.
Rekordbeteiligung und interprofessioneller Austausch
Mit mehr als 7.100 Teilnehmenden, darunter über 1.000 beim parallel stattfindenden Pflegekongress, verzeichnete der DGU-Kongress eine Rekordbeteiligung. Neben Ärztinnen und Ärzten beteiligten sich Pflegekräfte, Wissenschaft und Nachwuchs. Ein Schüler- und Studientag sowie eine Videodokumentation mit der Leitfrage „Was ist Dein Game Changer für eine nachhaltige Entwicklung in der Urologie?“ unterstrichen die Öffnung für den Nachwuchs und die interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Forschungshighlights von Inkontinenz bis Tumorentitäten
Das wissenschaftliche Programm umfasste über 130 Veranstaltungen mit mehr als 400 Referierenden. Diskutiert wurden unter anderem digitale Therapien gegen Inkontinenz, neue Studiendaten zu PARP-Inhibitoren beim hormonsensitiven metastasierten Prostatakarzinom, molekulare Subtypisierungen beim Blasenkarzinom sowie aktuelle Untersuchungen zum Peniskarzinom. Auch die Früherkennung des Prostatakarzinoms stand im Fokus – vor dem Hintergrund, dass es in Deutschland bislang kein organisiertes Screening-Programm gibt.
Politische und strukturelle Fragen im Fokus
Neben wissenschaftlichen Schwerpunkten griff der Kongress auch aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen auf. Generalsekretär Prof. Dr. Max Burger thematisierte Chancen und Risiken von Krankenhausreform und Digitalisierung. Der Präsident des Berufsverbands der Deutschen Urologie, Dr. Axel Belusa, kritisierte die unklare Rolle der Fachärzte im geplanten Primärarztsystem.
Breite Themenvielfalt von Leitlinien bis Komplementärmedizin
Das Programm spiegelte die gesamte urologische Versorgungslandschaft wider: von Uroonkologie und Leitlinienarbeit über Digitalisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz bis zu komplementärmedizinischen Verfahren und palliativer Versorgung. Auch Fragen der Patienteneinbindung und Nachwuchsförderung nahmen breiten Raum ein.
Preise und Auszeichnungen für besondere Leistungen
Mehr als 20 Preise und Stipendien wurden verliehen. Die Maximilian-Nitze-Medaille, höchste Auszeichnung der DGU, erhielt Prof. Dr. Peter Albers für seine wegweisenden Arbeiten zur Früherkennung und Versorgung bei Hodentumoren und Prostatakarzinom. Der Maximilian-Nitze-Preis ging an PD Dr. Dr. Markus Eckstein und Prof. Dr. Wolfgang Fendler. Der Wolfgang-Knipper-Preis aus der Pflege wurde Adam Kolodziej zugesprochen, der Dora-Teleky-Preis an PD Dr. Anita Thomas. Der Medienpreis Urologie ging an Dr. Maria Sprinz, die über soziale Medien urologisches Wissen vermittelt.
Amtsübergabe und Ausblick auf 2026
Im Abschlussplenum übergab Kongresspräsident Prof. Dr. Bernd Wullich das Amt an Prof. Dr. Susanne Krege, die den 78. DGU-Kongress 2026 in Düsseldorf übernehmen wird. Das nächste Treffen steht unter dem Motto „Dem Leben eine Zukunft geben“ und wird vom 16. bis 19. September 2026 stattfinden.









