Indikationen
Zur Behandlung sowie Prophylaxe von Infektionen mit
- Herpes-simplex-Virus Typ 1 und 2
- Varizella-Zoster-Virus
Die Erreger führen zu Herpes genitalis, Herpes labialis, Herpes-simplex-Enzephalitis, Herpes-simplex-Keratitis, Herpes zoster, Zoster ophthalmicus und Windpocken.
Aciclovir ist in Abhängigkeit der Anwendung in verschiedenen Darreichungsformen verfügbar: als Lippencreme, Augensalbe, Creme, Tablette, Suspension, Infusion oder Injektion.
Wirkmechanismus
- Aciclovir wird zunächst durch die virale Thymidinkinase, welche nur in infizierten Zellen gebildet wird, zum Monophosphat umgewandelt
- Anschließend erfolgt die Umwandlung in die eigentlich wirksame Form, dem Aciclovir-Triphosphat
- Aciclovir-Triphosphat ist in der Lage, die virale DNA-Polymerase selektiv sowie kompetitiv zu inhibieren
- Zudem führt der Einbau des Nucleosid-Analogons in die Virus-DNA zum Kettenabbruch
Pharmakokinetik & Dosierung
- Die Bioverfügbarkeit von Aciclovir liegt lediglich bei 10 bis 30% und die Halbwertszeit ist mit knapp drei Stunden relativ kurz
- Folglich müssen Arzneimittel, die den Wirkstoff enthalten, häufig verabreicht werden
- Es ist wichtig, dass mit der Aciclovir-Behandlung so früh wie möglich begonnen wird
- Dosierungen: die Creme (bei Herpes labialis) fünfmal täglich alle vier Stunden anwenden, bei Tabletten fünfmal täglich eine mit 200 mg (Herpes-simplex-Infektion) bzw. 800 mg (Herpes-Zoster-Infektion) alle vier Stunden einnehmen, Infusionslösungen sind je nach Konzentration und Gewicht (bei Kindern) anzupassen
Nebenwirkungen
- Kopfschmerzen
- Gastrointestinale Beschwerden
- Exantheme
- Nierenschädigung
Wechselwirkungen
- Probenecid verzögert die Elimination von Aciclovir
- Ciclosporin erhöht das Risiko von Nierenschäden










