Kompakt: Neueinführung Ojemda (Tovorafenib)

Erste zugelassene zielgerichtete Monotherapie mit Aktivität bei beiden relevanten BRAF-Alterationen.

Ojemda-GLO

Therapeutischer Stellenwert

  • Erste in der EU zugelassene zielgerichtete Monotherapie bei pädiatrischem niedriggradigem Gliom (pLGG).
  • Wirksam bei BRAF-V600-Mutationen sowie bei BRAF-Fusionen/Rearrangements.

Indikation

  • Kinder ab 6 Monaten mit vorbehandeltem niedriggradigem Gliom (pLGG) mit bestätigter BRAF-Alteration.

Anwendung

  • Oral, 1× wöchentlich.
  • Dosierung körperoberflächenabhängig (380 mg/m²), max. 600 mg/Woche.
  • Tablette oder Suspension (für Patienten mit KOF < 0,9 m² sowie bei Schluckbeschwerden).
  • Fortführen bis zur Progression, fehlendem Nutzen oder nicht tolerierbarer Toxizität. 

Wirkmechanismus

  • Selektiver Typ-II-RAF-Inhibitor.
  • Hemmt MAPK-Signalweg.
  • Wirksam auch bei dimeren RAF-Komplexen → Aktivität bei BRAF-Fusionen.

Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Blutungen (inkl. intratumoral/intrakraniell),
  • Wachstumsverzögerung,
  • Leberwerterhöhungen,
  • Hauttoxizität & Photosensibilität → konsequenter UV-Schutz.

Wichtige Wechselwirkungen

  • CYP2C8-Inhibitoren/-Induktoren vermeiden.
  • CYP3A-Induktion → Wirkverlust anderer Medikamente.
  • Hormonelle Kontrazeptiva weniger wirksam → hormonelle Verhütung während der Behandlung und für 28 Tage nach Absetzen, zusätzlich anderweitig Verhüten.

Einordnung

  • Engmaschige Überwachung erforderlich.
  • Wirksamkeit (Phase-II-Studie; n = 77): Gesamtansprechrate 52,6 %, mediane Dauer des Ansprechens 18 Monate.
  • Phase-III-Studie zur weiteren Bestätigung von Wirksamkeit und Sicherheit läuft.

Hier geht's zum Langtext: Neueinführung Ojemda: Neue zielgerichtete Therapie bei pädiatrischem Gliom

Autor:
Stand:
26.05.2026
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