Anwendung
- Oral bei schwerer Hypertonie, wenn andere Antihypertensiva versagen.
- Topische 2 % bzw. 5 % Lösung zur Behandlung der androgenetischen Alopezie bei Männern und Frauen. Es darf nur auf gesunde Kopfhaut aufgetragen werden und ist für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen.
Wirkmechanismus
- Systemisch: Minoxidil sorgt für Öffnung ATP-sensitiver Kaliumkanäle in glatter Gefäßmuskelzellen → Vasodilatation
- Haarfollikel: Verlängert die Anagenphase (Haarwachstumsphase), indem es ERK- und Akt-Signalwege aktiviert, antiapoptotisch wirkt und das Verhältnis von BCl-2/Bax zugunsten des Zellüberlebens verschiebt
Pharmakokinetik
Bei oraler Anwendung zu über 90 % gastrointestinal resorbiert und primär durch Glucuronidierung metabolisiert. Seine Halbwertszeit beträgt ca. 3,5 Stunden. Die aktiven Metaboliten sind pharmakologisch schwächer wirksam.
Dosierung
- Hypertonie: Orale Therapie mit 5 mg/Tag, Steigerung bis max. 100 mg/Tag möglich.
- Topisch: 2,5 % oder 5 % Schäume oder ethanolische Lösungen 2x/Tag. Eine klinische Verbesserung sollte innerhalb von 4 Monaten sichtbar sein.
Nebenwirkungen
Sehr häufig bei oraler Gabe:
- Tachykardie,
- Perikarditis,
- Hypertrichose,
- EKG-Veränderungen.
Häufig bei topischer Anwendung:
- lokale Irritationen,
- Hypertrichose,
- Hautveränderungen,
- Depressionen,
- periphere Ödeme.
- Anfangs kann vermehrter Haarausfall auftreten.
Kontraindikationen
Orale Anwendung:
- kontraindiziert bei Phäochromozytom,
- Mitralstenose-bedingter pulmonaler Hypertonie und
- Überempfindlichkeit.
Topische Anwendung:
- kontraindiziert bei verletzter Haut,
- Schwangerschaft,
- Stillzeit,
- Kindern unter 18 Jahren sowie
- 5 %-Formulierung bei Frauen.
Fazit und Relevanz
Minoxidil ist ein effektiver Wirkstoff bei schwer therapierbarer Hypertonie und der häufigsten Form von Haarausfall. Die topische Anwendung bietet ein günstiges Nutzen-Risiko-Profil, erfordert jedoch Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen und eine sorgfältige Patientenführung.









