HPV: Häufige Infektion mit potenziell schweren Folgen

Humane Papillomviren gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erregern weltweit. Bestimmte Typen können Krebs verursachen. Zum Welt-HPV-Tag hebt das Paul-Ehrlich-Institut die Rolle der HPV-Impfung in der Krebsprävention hervor.

HPV-Impfung Mädchen

Humane Papillomviren (HPV) sind weit verbreitet. Die meisten Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit den Erregern. Mehr als 200 verschiedene Virustypen sind bekannt. Während viele Infektionen folgenlos bleiben, können bestimmte Hochrisiko-Typen langfristig Krebs auslösen. Besonders gut belegt ist der Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs. Doch auch Tumoren im Anal- und Genitalbereich sowie im Mund-Rachen-Raum werden mit HPV in Verbindung gebracht.

Impfstoffe schützen vor Hochrisiko-Typen

In Deutschland stehen derzeit zwei Impfstoffe zur Verfügung, die vor allem gegen die Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18 gerichtet sind. Diese beiden Virustypen sind weltweit für einen großen Anteil der HPV-bedingten Krebserkrankungen verantwortlich. Bei den Präparaten handelt es sich um Totimpfstoffe, die nicht vermehrungsfähige Virusbestandteile enthalten. Sie können daher keine Infektion auslösen, trainieren jedoch das Immunsystem, die echten Viren frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist als Bundesoberbehörde für Impfstoffe in Deutschland für die wissenschaftliche Bewertung zuständig und beteiligt sich an nationalen und europäischen Zulassungsverfahren. In zentralisierten Verfahren erfolgt die formale Zulassung durch die Europäische Kommission. Darüber hinaus überwacht das Institut kontinuierlich die Sicherheit der Impfstoffe. Die Auswertung nationaler und europäischer Daten bestätigt laut Behörde ein günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis.

STIKO empfiehlt Impfung für Mädchen und Jungen

Die Impfempfehlungen in Deutschland spricht die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) aus. Sie empfiehlt die HPV-Impfung sowohl für Mädchen als auch für Jungen. Idealerweise erfolgt die Immunisierung im Alter zwischen neun und 14 Jahren möglichst vor dem ersten Sexualkontakt und damit vor einer möglichen Infektion. Für einen vollständigen Schutz sind zwei Impfungen im Abstand von fünf bis 13 Monaten erforderlich. Die HPV-Impfstoffe können gleichzeitig mit anderen Standardimpfungen, etwa gegen Tetanus, Diphtherie oder Pertussis, verabreicht werden.

Impfquoten bleiben ausbaufähig

Trotz der Empfehlung liegen die Impfquoten weiterhin unter den gewünschten Werten. Nach Auswertungen des Robert Koch-Instituts waren im Jahr 2024 rund 55 % der 15-jährigen Mädchen vollständig geimpft. Bei Jungen lag die Quote lediglich bei etwa 36 %. Um den Impfschutz zu verbessern, hat die Nationale Lenkungsgruppe Impfen ein Konzept entwickelt, um die Aufklärung zu verbessern und die Impfquoten zu steigern.

Das PEI bringt sich dabei mit wissenschaftlicher und regulatorischer Expertise ein. Ziel ist es, Wissen über die Impfung zu stärken, Impfhürden abzubauen und die Inanspruchnahme der HPV-Impfung bei Jugendlichen zu erhöhen. Ein weiterer Schritt soll ein bundesweit geplantes HPV-Impfjahr im Jahr 2028 sein.

Autor:
Stand:
07.03.2026
Quelle:
  1. Paul-Ehrlich-Institut (PEI): Pressemitteilung, 04.03.2026
  2. Paul-Ehrlich-Institut (PEI): Pressemitteilung, 22.01.2026
  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden