Atopische Dermatitis (Neurodermitis, endogenes Ekzem) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die sich meist in der frühen Kindheit entwickelt. Typisch für diese Erkrankung sind juckende, schuppende und erythematöse Läsionen, die schubweise auftreten und remittierend sind. Die Prävalenz wird weltweit auf ca. 15% geschätzt, mit steigender Tendenz.
Atopische Dermatitis und Psyche
Die atopische Dermatitis kann einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität und die psychische Gesundheit von Erwachsenen und Kindern haben. So wird insbesondere der Juckreiz mit einer geringeren gesundheitsbezogenen Lebensqualität in Verbindung gebracht. Bei den Betroffenen werden ebenso öfters psychiatrische Komorbiditäten wie Angststörungen, Depressionen, ADHS und Selbstmordgedanken festgestellt. Die Eltern von betroffenen Kindern sind ebenfalls häufiger von Stress, Depressionen und Angststörungen betroffen.
Strategien zur Verbesserung der psychischen Gesundheit
Ein kürzlich erschienener Review hatte zum Ziel, Strategien zur Verbesserung der psychischen Gesundheit von Kindern mit atopischer Dermatitis zu identifizieren und zu stratifizieren [1]. Dazu gehörten pharmakologische und nicht-pharmakologische Interventionen. Die psychische Gesundheit stand in direktem Zusammenhang mit der objektiven Schwere der Krankheit. Verbesserungen der Krankheitsschwere korrelierten daher auch mit Verbesserungen des psychologischen Wohlbefindens.
Pharmakologische Therapieoptionen
Die medikamentöse Behandlung ist eine wirksame Methode zur Verbesserung des Schweregrads der Erkrankung. Zu den derzeit empfohlenen Therapieoptionen gehören Emollienzien, topische Behandlungen und systemische Therapien. Bei Emollienzien konnte gezeigt werden, dass bei sorgfältiger und individueller Auswahl des Mittels, sowohl die Schwere der Neurodermitis verringert als auch die psychische Verfassung verbessert werden konnte. Die prophylaktische Verwendung bei Säuglingen könnte auch das Risiko der Entwicklung von Ekzemen durch eine Verbesserung der Hautbarriere verringern.
Topische Kortikosteroide sowie topische Calcineurin-Inhibitoren sind der derzeitige Goldstandard für die Erstbehandlung und werden in den meisten klinischen Leitlinien empfohlen. Beide gelten bei sachgemäßer Anwendung als sicher und konnten in etlichen Studien die Krankheitsschwere und Lebensqualität der Patienten positiv beeinflussen. Bei den systemischen Therapien ist oft Cyclosporin das Mittel der Wahl. Cyclosporin hat sich bei kurzzeitigen Therapien als vielversprechend erwiesen, wird für die Langzeittherapie aber kontrovers diskutiert.
Nicht-pharmakologische Therapien
Nicht-pharmakologische Therapien können andere medizinische Maßnahmen und Komorbiditäten positiv beeinflussen sowie den Schweregrad der Krankheit und die psychologischen Ergebnisse verbessern. Zu den untersuchten nicht-pharmakologischen Optionen zählen die Phototherapie, die Patientenaufklärung, Bleichebäder, Immuntherapien und psychologische Therapien. Die höchsten Empfehlungen von den Autoren bekamen die Patientenaufklärung, Bleichebäder und die Immuntherapie.
Patientenschulungen können zu einem besseren Verständnis der Erkrankung und der damit verbundenen Selbstmanagementstrategien führen. Bei Bleichebädern wird angenommen, dass die antiseptischen Eigenschaften von Bleichmitteln den Schweregrad der Krankheit verbessern. Als zusätzliche Therapie könnten sie so auch zu einer besseren psychischen Verfassung führen. Immuntherapien lindern bei Erwachsenen den Schweregrad der Erkrankung und steigern die psychische Gesundheit. In pädiatrischen Kohorten ist die Beweislage zwar weniger solide, sie weist aber auf einen vielversprechenden Einsatz einer sublingualen Immuntherapie hin.








