Der BARMER Arztreport 2025 des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) analysiert die Häufigkeit und Risikofaktoren von Hautkrebs in Deutschland. Basierend auf Krebsregister- und Routinedaten der BARMER wurden Hautkrebsdiagnosen aus der ambulanten und stationären Versorgung berücksichtigt und in einem Zeitraum von 2005 bis 2023 ausgewertet.
Hautkrebsprävalenz nimmt weiter zu
Nach den Hochrechnungen des Arztreports ist die Zahl der dokumentierten Fälle von malignem Melanom (schwarzer Hautkrebs) zwischen 2005 und 2023 um 121 % gestiegen, von 188.603 auf 417.400 Betroffene. Beim nicht-melanotischen Hautkrebs (weißer Hautkrebs), der als Basalzellkarzinom oder Plattenepithelkarzinom auftritt, fiel der Anstieg mit 186 % sogar noch deutlicher aus, und die Fallzahlen stiegen von 638.485 auf 1.825.578. Somit wurde in Deutschland im Jahr 2023 die Diagnose eines malignen Melanoms mehr als doppelt so häufig gestellt wie im Jahr 2005, während sich die Zahl der Diagnosen für weißen Hautkrebs im gleichen Zeitraum fast verdreifachte.
Auch Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) belegen die hohe Inzidenz. Maligne Melanome waren 2020 mit 11.320 Neuerkrankungen bei Frauen die vierthäufigste und mit 12.240 Fällen bei Männern die fünfthäufigste Krebserkrankung.
Früherkennung und Screening-Effekte
Seit der Einführung des Hautkrebsscreenings als Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2008 hat sich die Zahl der diagnostizierten Fälle erhöht. Die Daten zeigen insbesondere zwischen 2008 und 2010 einen deutlichen Anstieg, was auf eine verbesserte Früherkennung zurückzuführen ist.
Malignes Melanom: Mehr betroffene Frauen, höhere Inzidenz bei Männern
Die Prävalenz von schwarzem Hautkrebs steigt mit zunehmendem Alter bei beiden Geschlechtern deutlich an. Während Frauen bis zum 65. Lebensjahr häufiger betroffen sind, tritt Hautkrebs in höheren Altersgruppen häufiger bei Männern auf. Insgesamt leben mehr Frauen mit einer Hautkrebsdiagnose, jedoch liegt die Neuerkrankungsrate bei Männern höher. Mögliche Ursachen für diese geschlechtsspezifischen Unterschiede könnten verschiedene Verhaltensweisen hinsichtlich UV-Exposition, biologische Faktoren oder Differenzen in der Inanspruchnahme von Früherkennungsmaßnahmen sein.
Interessante Unterschiede zwischen Generationen
Ein bemerkenswerter Trend zeigte sich darüber hinaus bei Frauen. Während maligne Melanome bei den Jahrgängen 1930 bis 1950 meist erst im höheren Alter diagnostiziert wurden, traten sie bei späteren Geburtsjahrgängen, speziell ab den 1960er-Jahren, bereits in jüngeren Lebensjahren auf. So erreichte die Diagnoseprävalenz bei Frauen des Jahrgangs 1965 bereits im Alter von 40 Jahren ein ähnliches Niveau wie in früheren Generationen erst mit 50 Jahren.
In späteren Generationen kehrte sich dieser Trend um, und ab den Geburtsjahrgängen nach 1980 zeigte sich ein rückläufiges Hautkrebsrisiko. Dies könnte auf ein gestiegenes Bewusstsein für die Gefahren durch UV-Strahlung sowie eine zunehmend vorsichtige Nutzung von Sonnenbädern und Solarien zurückzuführen sein.
Rasanter Anstieg der stationären Behandlungen bei weißem Hautkrebs
Die Zahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund von weißem Hautkrebs hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen (um 106 %), während die stationären Behandlungen bei schwarzem Hautkrebs nur moderat angestiegen sind (um 21 %). Diese Entwicklung ist vor allem auf den demografischen Wandel zurückzuführen, da mit zunehmendem Alter das Risiko einer stationären Behandlung steigt. Zudem könnte die COVID-19-Pandemie temporär zu einer Reduktion der Behandlungszahlen geführt haben, wodurch ein Nachholeffekt in den Folgejahren entstanden sein könnte.
Bekannte Risikofaktoren bestätigt
Der BARMER Arztreport bestätigt bekannte Risikofaktoren für Hautkrebs und zeigt, dass deren Einfluss auch anhand von Routinedaten belegt werden kann. Die UV-Strahlenexposition gilt als zentraler Auslöser, wobei sowohl chronische Sonnenbestrahlung als auch wiederholte Sonnenbrände in der Kindheit das Erkrankungsrisiko erhöhen. Genetische Faktoren, insbesondere ein heller Hauttyp, eine hohe Anzahl an Muttermalen und familiäre Vorbelastung sowie immunsuppressive Therapien, spielen ebenfalls eine Rolle.
Bedeutung von Prävention und Früherkennung
Der im BARMER Arztreport 2025 dokumentierte Anstieg der Hautkrebsfälle unterstreicht die Bedeutung gezielter Präventionsstrategien und einer frühzeitigen Erkennung. Ein konsequenter UV-Schutz spielt eine zentrale Rolle bei der Reduktion des individuellen Risikos. Insbesondere in jungen Jahren kann die Vermeidung intensiver Sonnenexposition dazu beitragen, das Hautkrebsrisiko erheblich zu senken. Zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen gehören die regelmäßige Anwendung von Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor, das Tragen UV-schützender Kleidung und der Verzicht auf Solarien. Diese Maßnahmen helfen, die Haut langfristig vor UV-bedingten Schäden zu schützen.
Der vollständige Arztreport 2025 mit detaillierten Analysen zu epidemiologischen Entwicklungen und Risikofaktoren ist auf der Webseite der BARMER verfügbar.









