Die metabolisch-assoziierte Fettlebererkrankung (MAFLD) ist mit einer Prävalenzrate von 20-25% weltweit die zweithäufigste Ursache für Lebertransplantationen in den USA und Europa. MAFLD ist eine Multisystemerkrankung, die durch Lebersteatose in mehr als 5% der Hepatozyten gekennzeichnet ist und bei der sekundäre Ursachen für Leberschäden, einschließlich Alkoholmissbrauch, steatogene Medikamente oder monogene genetische Störungen, ausgeschlossen sind. Im Laufe der Zeit kann die MAFLD fortschreiten und zu Komplikationen wie Leberfibrose, Leberzirrhose, Leberversagen und Leberkrebs führen.
Pathophysiologie der MAFLD
Die MAFLD weist eine komplexe und multifaktorielle Pathogenese auf, die letztlich zu Lipotoxizität der Hepatozyten, erhöhter intestinaler Permeabilität, Endotoxämie, Darmdysbiose und einer beeinträchtigten Immunantwort führt. Die durch Insulinresistenz ausgelöste Lipotoxizität gilt nach wie vor als ein zentraler Mechanismus, der zur Entwicklung einer nichtalkoholischen Steatohepatitis führt. Dies löst eine lokale Immunreaktion aus, die zur Rekrutierung von Leukozyten und anderen Entzündungszellen führt und die Transdifferenzierung von Leberstellatzellen zu Myofibroblasten anregt. Dies führt zu fibrotischen Veränderungen innerhalb der Hepatozyten.
Die Leberfibrose gilt als wichtigster Prädiktor für die Gesamt- und leberbedingte Sterblichkeit bei Patienten mit MAFLD. Eine ungünstige Komposition der Mikrobiota beeinflusst außerdem über die Darm-Leber-Achse und über mikrobielle Moleküle sowie Metaboliten das inflammatorische Milieu in der Leber. Dies führt zu einer veränderten angeborenen und adaptiven Immunität und einem weiteren Fortschreiten der MAFLD. Einige Studien deuten außerdem darauf hin, dass Patienten mit einer MAFLD einem höheren Risiko für schwere Infektionen ausgesetzt sind.
Erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Infektionen bei MAFLD?
In einer aktuellen Untersuchung wurden daher Patienten mit und ohne MAFLD sowie das Risiko für bakterielle Magen-Darm- (GI-) Infektionen anhand öffentlich zugänglicher Daten verglichen. Ziel war es, festzustellen, ob MAFLD mit einem erhöhten Risiko für bakterielle Magen-Darm-Infektionen assoziiert ist. Die Mehrheit der Patienten mit MAFLD war über 65 Jahre alt (46,1%), weiblich (54,2%), wurde über Medicare (öffentliche und bundesstaatliche Krankenversicherung der USA) versorgt (51,4%) und gehörte zum untersten Einkommensquartil (30,9 %).
Patienten mit MAFLD hatten im Vergleich zu Patienten ohne MAFLD eine höhere Prävalenz der gastroösophagealen Refluxkrankheit (27,6% vs. 8,6%), der Hyperlipidämie (39,5% vs. 32,7%), des Diabetes (46,07% vs. 27,9%), des Bluthochdrucks (68,0% vs. 58,6%), der Adipositas (32,9% vs. 18,2%) und des Auftretens bakterieller GI-Infektionen (1,6% vs. 0,9%). Bezüglich der Infektionen wurde in der MAFLD-Gruppe v. a. eine höhere Inzidenz von Clostridium difficile, Escherichia coli und Salmonellen festgestellt als in der Gruppe ohne MAFLD. Außerdem hatten Patienten im Alter von 45-64 und >65 Jahren häufiger bakterielle GI-Infektionen als jüngeren Patienten im Alter von 18-44 Jahren [1].
Fazit
Die Studie ergab, dass Patienten mit metabolisch assoziierter Fettlebererkrankung (MAFLD) häufiger gastrointestinale Infektionen erleiden, insbesondere verursacht durch C. difficile, E. coli und Salmonellen. Das Risiko für gastrointestinale Infektionen bei Patienten mit MAFLD wurde in allen Krankheitsstadien festgestellt und stieg mit zunehmender Fibrose an. Besonders gastroösophagealer Reflux trug zu häufigeren Infektionen bei. Patienten mit Reflux erhalten oft eine Therapie mit Protonenpumpenhemmern, die die Magensäuresekretion reduzieren und somit die natürliche desinfizierende Funktion des Magens verringern.









