Hintergrund
Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Anfang Mai den Corona-Gesundheitsnotstand nach mehr als drei Jahren aufgehoben hat, folgt nun Mpox. Auch für diese Viruserkrankung gilt die im Juli 2022 verhängte internationale Gesundheitsnotlage nicht mehr [1,2]. Nach Ansicht der WHO ist die Welt jetzt in der Lage, mit beiden Krankheiten umzugehen. WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus warnt jedoch davor, die Bedrohungen von Mpox und Covid-19 zu unterschätzen. Beide Viren sind weiterhin im Umlauf und würden nach wie vor Krankheiten und Todesfälle verursachen, so Tedros.
Aufhebung Corona-Notstand bedeutet nicht Ende der globalen Gesundheitsbedrohung
Die Aufhebung der höchsten Alarmstufe bei Corona-Infektionen bedeutet keinesfalls, dass Covid-19 nicht mehr die globale Gesundheit bedroht, betont der WHO-Direktor. In der letzten Aprilwoche starb noch alle drei Minuten ein Mensch an den Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion.
Als der Corona-Gesundheitsnotstand am 30. Januar 2020 ausgerufen wurde, waren außerhalb Chinas etwa 100 SARS-CoV-2-Infektionen in rund 20 Ländern bekannt; Meldungen über Todesfälle gab es keine. Inzwischen wurden weltweit rund 765 Millionen Infektionen und gut 6,9 Millionen Todesfälle gemeldet, so die WHO. Die Dunkelziffer dürfte aber weitaus höher liegen.
Trotz Rückgang von Mpox erneutes Auftreten möglich
Mpox waren bis Anfang 2022 weitgehend auf einige afrikanische Länder begrenzt. Im Frühjahr 2022 wurden plötzlich immer mehr Fälle außerhalb Afrikas identifiziert, auch in Europa. Nach den Sommermonaten gingen die Zahlen deutlich zurück. Der Nothilfekoordinator der WHO, Mike Ryan, warnt allerdings vor der Möglichkeit eines erneuten Auftretens der Viruserkrankung.
Von Anfang 2022 bis 9. Mai 2023 wurden der WHO gut 87.000 Mpox-Infektionen und 140 damit assoziierte Todesfälle aus 111 Ländern übermittelt. Möglicherweise begann die weltweite Verbreitung aber schon früher; ebenso wird die reale Zahl der Infektionen höher eingeschätzt.
In Deutschland wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) knapp 3.700 Mpox-Infektionen gemeldet; Mpox-Todesfälle sind hierzulande nicht registriert. In der Mehrzahl infizierten sich Männer mit dem Mpox-Virus (MPXV); Kinder, Jugendliche und Frauen waren in weniger als 1% betroffen. Seit Ende Januar 2023 gab es laut RKI keine weitere Meldung über einen Mpox-Fall [3].
Sieben internationale Notlagen seit 2005
Seit 2005 hat die WHO bereits siebenmal einen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Die offizielle Bezeichnung lautet „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ (Public Health Emergency of International Concern [PHEIC]). Der längste Notstand betrifft die Kinderlähmung (Polio), der seit 2014 besteht und immer noch andauert. Der zweitlängste Notstand betraf das Coronavirus und wurde am 5. Mai 2023 aufgehoben. Weitere Notstände wurden wegen des Influenza-A-Virus H1N1 (2009–2010), Ebola in Westafrika (2014–2016), Zika (2016) und Ebola in der Demokratischen Republik Kongo (2019–2020) verhängt.









