Die US-amerikanische Arznei- und Lebensmittelbehörde (Food and Drug Administration [FDA]) hat Amivantamab-vmjw (Rybrevant®) in Kombination mit Carboplatin und Pemetrexed als Erstlinientherapie für Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht kleinzelligem Lungenkrebs (non-small cell lung cancer, NSCLC) zugelassen, die aktivierende Exon-20-Insertionsmutationen des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR) aufweisen, welche mit einem von der FDA zugelassenen Test nachgewiesen wurden, so eine Pressemitteilung der FDA [1].
PAPILLON-Studie: Design und Methodik
Die Zulassungsbehörde stützte ihre Genehmigung auf die Ergebnisse der Phase-III-Studie PAPILLON (NCT04538664). In dieser offenen multizentrischen randomisierten Studie nahmen 308 NSCLC-Patienten mit EGFR-Exon-20-Insertionsmutationen teil. Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert, und erhielten entweder Amivantamab-vmjw mit Carboplatin und Pemetrexed (n=153) oder nur Carboplatin und Pemetrexed (n=155).
Die Prüfärzte verabreichten Amivantamab in einer Dosierung von 1.400 mg (1.750 mg bei einem Körpergewicht von 80 kg oder mehr) in den ersten vier Wochen, gefolgt von 1.750 mg (2.100 mg bei einem Körpergewicht von 80 kg oder mehr) alle drei Wochen ab Woche sieben.
Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS) auf der Grundlage einer verblindeten unabhängigen zentralen Überprüfung (BICR). Das Gesamtüberleben (OS) war ein wichtiger sekundärer Endpunkt.
Wirksamkeit und Sicherheit von Amivantamab in Kombination mit Chemotherapie
Der Einsatz von Amivantamab in Kombination mit Chemotherapie führte zu einem medianen progressionsfreien Überleben (PFS) von 11,4 Monaten (95% Konfidenzintervall [95%-KI]: 9,8–13,7), verglichen mit 6,7 Monaten (95%-KI: 5,6–7,3) bei den Patienten, die ausschließlich eine Chemotherapie erhielten (Hazard Ratio [HR] 0,40; 95%-KI: 0,30–0,53; p<0,0001).
Gemäß den im 'New England Journal of Medicine' veröffentlichten Daten war das mediane Gesamtüberleben in der Amivantamab-Kombinationsgruppe nicht auswertbar im Vergleich zu 24,4 Monaten (95%-KI: 22,1–NE) in der Gruppe, die ausschließlich Chemotherapie erhielt. Die Gesamtüberlebensrate betrug in beiden Gruppen 74% bzw. 72% nach 18 Monaten und 68% bzw. 54% nach 24 Monaten [2].
Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei ≥20% der Patienten in der Amivantamab/Chemo-Gruppe auftraten, waren Hautausschlag, Nageltoxizität, Stomatitis, Infusionsreaktionen, Müdigkeit, Ödeme, Verstopfung, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Covid-19, Durchfall und Erbrechen.
Amivantamab plus Chemotherapie alleiniger Chemotherapie überlegen
„Die Verwendung von Amivantamab plus Chemotherapie führte zu einer überlegenen Wirksamkeit im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie als Erstlinienbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC mit EGFR-Exon-20-Insertionen", schlussfolgerten die Studienautoren.
Amivantamab-vmjw für NSCLC-Patienten mit EGFR-Exon-20-Insertionsmutationen nach platinbasierter Chemotherapie
Darüber hinaus besteht die traditionelle Zulassung von Amivantamab-vmjw für erwachsene Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit EGFR-Exon-20-Insertionsmutationen, deren Krankheit während oder nach einer platinbasierten Chemotherapie fortgeschritten ist. Diese Indikation wurde zuvor im Mai 2021 beschleunigt zugelassen.
Die befristete Zulassung basiert auf den Ergebnissen der Phase-I-Studie CHRYSALIS, einer multizentrischen, offenen klinischen Studie, in der Amivantamab als Monotherapie nach vorheriger Behandlung mit einer platinbasierten Therapie untersucht wurde. Die Studienergebnisse zeigen die Wirksamkeit und ein insgesamt gut verträgliches Sicherheitsprofil des Arzneimittels [3].








