Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) entwickeln nach einer akuten Exazerbation deutlich häufiger kardiovaskuläre Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Lungenembolie, Arrhythmie oder Herzinfarkt im Vergleich zu Patienten ohne Exazerbation. Dies geht aus den Daten der retrospektiven Kohortenstudie EXACOS-CV und der ebenfalls retrospektiven EROS-Studie hervor.
In der vorliegenden EXACOS-CV-Studie wurden die Daten von insgesamt 355.978 Erwachsenen aus der HealthCore Integrated Research Database analysiert. Dabei wurden 145.838 Patienten mit einem durchschnittlichen Alter von 63 Jahren und akuter COPD-Exazerbation mit Patienten ohne akute COPD-Exazerbation in Bezug auf die Häufigkeit akuter kardiovaskulärer Ereignisse verglichen. Zur Bewertung beider Patientengruppen nutzten die Forscher Cox-Modelle, die sowohl demographische Daten als auch Informationen über vorangegangene medizinische Behandlungen und Medikationen berücksichtigten.
Erhöhte Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse nach Exazerbationen
Die Resultate zeigen, dass zu Beginn einer akuten COPD-Exazerbation 48% der Patienten einen Kardiologen aufsuchten, während sich 27% an einen Pneumologen wandten.
Darüber hinaus war das Risiko eines akuten kardiovaskulären Ereignisses innerhalb von 30 Tagen bei Patienten mit einer COPD-Exazerbation um 32% erhöht (Hazard Ratio 1,32). Das höchste Risiko wurde an Tag 90 nach der Exazerbation beobachtet, doch auch nach einem Jahr war die Gefahr für den Eintritt eines kardiovaskulären Ereignisses weiterhin erhöht.
Relevanz von Schweregrad und Anzahl der Exazerbationen
Bei der Bewertung von akuten COPD-Exazerbationen in Bezug auf ihren Schweregrad zeigt sich, dass Patienten mit einer schweren Exazerbation das höchste Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse innerhalb von 30 Tagen aufwiesen, mit einer Hazard Ratio (HR) von 1,85. Patienten, die eine moderate Exazerbation ihrer COPD erlitten, hatten im Vergleich zu Patienten ohne Exazerbation ein um 22% gesteigertes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse innerhalb von 30 Tagen.
Darüber hinaus stieg die Wahrscheinlichkeit für akute kardiovaskuläre Ereignisse mit zunehmender Anzahl der COPD-Exazerbationen an. Bei zwei oder drei Exazerbationen betrug das Risiko mehr als das Zweifache.
Die Erkenntnisse der Studie unterstreichen die erhebliche kardiopulmonale Belastung durch moderate und schwere Exazerbationen der COPD. Daher sollte im Management der COPD besondere Aufmerksamkeit auf die Überwachung des Risikos für kardiopulmonale Ereignisse nach akuten COPD-Exazerbationen gelegt werden.







