Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein Erreger, der insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen Atemwegserkrankungen verursachen kann.
Typische Symptome einer RSV-Infektion bei älteren Menschen umfassen Husten, Atemnot, Fieber und allgemeines Unwohlsein. In einigen Fällen kann die Infektion zu schweren Verläufen mit Pneumonien führen, die eine Hospitalisierung erfordern können.
Die Therapie von RSV konzentriert sich auf die Linderung der Symptome und die Atemwegsunterstützung. Antivirale Medikamente wie Ribavirin können in einigen Fällen zur Behandlung eingesetzt werden, jedoch ist ihre Wirksamkeit umstritten.
Arexvy: Erster Impfstoff gegen RSV in den USA zugelassen
In den USA hat die Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) mit dem Vakzin Arexvy der Firma GSK (GlaxoSmithKline) den ersten Impfstoff gegen das RS-Virus zugelassen. Die Impfung richtet sich an Menschen ab 60 Jahren und soll zu Beginn des Winters und damit der RSV-Saison in den USA verfügbar sein.
Wirksamkeit und Sicherheit in Studien bestätigt
Arexvy enthält eine veränderte Version des RSV-Fusions-Oberflächenglykoproteins. Dieses Protein ist für die Infektion des Menschen unerlässlich und auch Zielstruktur der Antikörper, die zur Bekämpfung der Infektion gebildet werden. Zusätzlich enthält der Impfstoff ein Adjuvans, das die Immunreaktion auf den Impfstoff verstärkt und somit für einen verlässlicheren Schutz sorgt.
Die Wirksamkeit und Sicherheit wurde in randomisiert-kontrollierten Studien untersucht und bestätigt. Eine Impfung konnte das Risiko einer RSV-Infektion um 82% reduzieren, bei Risikopatienten bzw. Patienten mit Vorerkrankungen betrug die Risikoreduktion 94%.
Die Impfung wurde insgesamt gut vertragen, die häufigsten Nebenwirkungen waren leichte Reaktionen an der Injektionsstelle sowie vorübergehende Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Muskelschmerzen.
Arexvy bietet somit einen effektiven Schutz gegen RSV und ermöglicht es, das Risiko von Infektionen und schweren Verläufen mit Komplikationen zu reduzieren.
EMA empfiehlt Zulassung in Europa
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) spricht sich in einer Mitteilung für die Zulassung des Impfstoffes in der EU aus. Das Gutachten wurde an die Europäische Kommission geleitet und damit der nächste Schritt zur Einführung der Impfung in die Wege geleitet. Gehofft wird auf eine Zulassung im Juli, sodass die Impfung zum Winter verfügbar sein wird und zur Entlastung der Krankenhäuser beitragen kann.
Weitere Vakzine für Schwangere und Säuglinge
Während der Fokus bei der Entwicklung von Impfstoffen bisher auf Vakzinen für ältere Erwachsenen lag, werden in Zukunft auch Impfstoffe für Säuglinge und Kleinkinder erwartet.
Pfizer entwickelt seine Vakzine zudem für die Schwangeren-Impfung, um Kinder in den ersten Lebensmonaten besser zu schützen. Für Säuglinge steht außerdem der monoklonale Antikörper Nirsevimab von AstraZeneca zum Schutz vor schweren Verläufen einer RSV-Infektion zur Verfügung.









