CRSwNP – Ein Krankheitsbild mit herausfordernder Therapie
Die chronische Rhinosinusitis mit Polyposis nasi (CRSwNP) ist ein heterogenes entzündliches Krankheitsbild der oberen Atemwege. Sie ist durch eine Dysfunktion der epithelialen Barriere gekennzeichnet. Ihr liegt eine Typ-2-Entzündungsreaktion zugrunde, die mit der Ausschüttung von verschiedenen epithelialen Zytokinen einhergeht.
Die traditionelle Behandlung der Erkrankung umfasst intranasale Glukokortikoide, Nasennebenhöhlenoperationen und als Rescue-Behandlung den Einsatz von systemischen Glukokortikoiden. Einen neuen Therapieansatz stellen Biologika dar. Diese zielen auf Zytokine des Typ-2-Entzündungspathways, wie beispielsweise IL-5 und IgE, ab.
Dennoch gibt es Patienten, die eine unzureichende Antwort auf diese neuartigen Medikamente zeigen.
TSLP als Zielmolekül bei der CRSwNP-Therapie?
Für diese Patienten könnte das Thymus-Stroma-Lymphopoietin (TSLP) eine vielversprechende Zielstruktur darstellen. TSLP ist ein Schüsseltreiber für zahlreiche entzündliche Kaskaden. CRSwNP-Patienten weisen im Vergleich zu gesunden Probanden sowie zu CRS-Patienten ohne Polyposis nasi (CRSsNP) erhöhte TSLP-Level auf.
Tezepelumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der gegen TSLP gerichtet ist und dessen Bindung an den Rezeptor blockiert. In der Add-On-Behandlung bei schwerem unkontrolliertem Asthma ist der Antikörper bereits zugelassen.
Erste Daten sprechen für die Wirksamkeit bei CRSwNP
Analysen der Phase-III-Studie "Navigator" zeigten bereits eine zusätzliche Wirksamkeit von Tezepelumab in der Behandlung von sinunasalen Symptomen bei Patienten mit schwerem unkontrolliertem Asthma und CRSwNP.
Phase-III-Studie "WAYPOINT" wurde initiiert
Um die Wirksamkeit und Sicherheit des Wirkstoffes bei Erwachsenen mit schwerer unkontrollierter CRSwNP weiter zu untersuchen, wurde die aktuelle placebokontrollierte, randomisierte Phase-III-Studie "WAYPOINT" durchgeführt.
Die primären Studienendpunkte umfassten die Änderung des Total Nasal-Polyp Scores sowie des mittleren Nasal Congestion Scores. Zu den sekundären Endpunkten gehörten der Loss-of-Smell Score, der Gesamt-Score des Sinunasal Outcome Tests (SNOT-22), der Lund-Mackay Score, der Total Symptom Score sowie die erste Entscheidung zur operativen Therapie oder der Einsatz von systemischen Glukokortikoiden.
Tezepelumab erreichte die Studienendpunkte
Die Tezepelumab-Therapie führte zu einer signifikanten Reduktion der Nasenpolypengröße sowie der sinunasalen Symptome. Außerdem verbesserte sich die Nasenatmung der Patienten.
Patienten der Tezepelumab-Gruppe mussten seltener operiert werden
Den Patienten, die den Antikörper erhielten, wurde signifikant seltener zu einer Nasennebenhöhlenoperation geraten (Tezepelumab: 0,5 % vs. Placebo: 22,1 %; p < 0,001). Darüber hinaus nutzten Patienten der Verum-Gruppe signifikant weniger systemische Glukokortikoide als die Placebo-Gruppe (5,2 % vs. 18,3 %; p < 0,001).
Nebenwirkungen zwischen der Placebo- und Tezepelumab-Gruppe vergleichbar
Die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen war zwischen den beiden Gruppen vergleichbar (78,3 % vs. 77,1 %). Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren COVID-19-Infektion, Nasopharyngitis, Infektion der oberen Atemwege, Kopfschmerzen und Epistaxis.
Drei Patienten entwickelten neutralisierende Antikörper gegen Tezepelumab.








