Kardiovaskuläre Vorteile von DMARDs bei rheumatoider Arthritis: Eine systematische Übersichtsarbeit

Die Behandlung mit Tumornekrosefaktor-Inhibitoren, Anakinra und Tocilizumab bei rheumatoider Arthritis wirken sich positiv auf die Endothel- und Gefäßfunktion aus, was das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern könnte. Zu diesem Ergebnis kam eine systematische Übersichtsarbeit.

Analyse Daten

Hintergrund

Rheumatoide Arthritis (RA) erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine entscheidende Rolle spielen entzündungsfördernde Zytokine wie der Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α), Interleukin 1 (IL-1) und Interleukin 6 (IL-6), die zur Endotheldysfunktion beitragen und die Entwicklung vorzeitiger Arteriosklerose fördern.

Biologische und zielgerichtete synthetische Antirheumatika (DMARDs) zur Behandlung von entzündlichen Gelenkkrankheiten können eine systemische Immunmodulation induzieren und pleiotrope Auswirkungen auf die Gefäßfunktion haben. Daher ist es wichtig, ihren Einfluss auf das kardiovaskuläre Risiko bei Patienten mit rheumatoider Arthritis genauer zu untersuchen.

Eine systematische Übersichtsarbeit hierzu wurde jetzt in der medizinischen Fachzeitschrift 'Clinical Rheumatology' publiziert [1].

Systematische Literaturrecherche: DMARDs und kardiovaskuläre Marker bei RA

In einer systematischen Literaturrecherche haben bulgarische Forscher die Auswirkungen von biologischen und gezielten synthetischen DMARDs, die für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis zugelassen sind, auf verschiedene kardiovaskuläre Marker untersucht, darunter die Endothelfunktion, arterielle Gefäßsteifigkeit und subklinische Atherosklerose. Die Studienanalyse ergab positive Effekte der biologischen und gezielten synthetischen Therapien auf die mit RA assoziierte vaskuläre Dysfunktion. Die Auswirkungen der Behandlungen auf die subklinische Atherosklerose waren uneinheitlich.

Auswirkungen von DMARDs auf die Endothel- und Gefäßfunktion

Die Untersuchung der Wirkungen von verschiedenen DMARDs auf die Endothel- und Gefäßfunktion lieferte differenzierte Ergebnisse:

Für die Tumornekrosefaktor-Inhibitoren (TNFi) Infliximab, Etanercept und Adalimumab dokumentierte die Mehrheit der Studien eine deutliche Verbesserung der endothelialen Funktion. Als Bewertung wurde meist die flussvermittelte Vasodilatation (FMD) herangezogen.

Anakinra und Tocilizumab können sich positiv auf die Gefäßfunktion und Endothelschädigung auswirken. Dies wurde durch erhöhte FMD-Werte, gesteigerte koronare Flussreserven und verringerte Biomarker-Werte zur Beurteilung der Endothelfunktion ersichtlich.

Die Gesamtwirkung von Januskinase-Inhibitoren (JAKi) und Rituximab auf die Endothel- und Gefäßfunktion konnte auf Grundlage der überprüften Studien nicht schlüssig beantwortet werden.

Fazit

Die Ergebnisse der systematischen Literaturübersicht verdeutlichen, dass biologische und zielgerichtete synthetische DMARDs das Potenzial besitzen, die Gefäßfunktion bei Patienten mit rheumatoider Arthritis zu verbessern. Die vollständige Erfassung der Unterschiede zwischen den verschiedenen biologischen Therapien bleibt aber nach wie vor eine Herausforderung. Um dieses Verständnis zu vertiefen, bedarf es weiterer langfristiger und sorgfältig konzipierter klinischer Studien, die eine einheitliche Methodik verwenden.

Dies ist von entscheidender Bedeutung, um die langfristigen Auswirkungen dieser Therapieoptionen auf das kardiovaskuläre Risiko bei Patienten mit rheumatoider Arthritis umfassend zu klären.

Autor:
Stand:
17.10.2023
Quelle:

[1] Gerganov, G. et al. (2023): Vascular effects of biologic and targeted synthetic antirheumatic drugs approved for rheumatoid arthritis: a systematic review. Clinical Rheumatology, DOI: 10.1007/s10067-023-06587-8.

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