Definition
- Störung des Wasser-Elektrolythaushalts
- Ursache ist ein Mangel an antiduretischem Hormon (ADH) oder eine verminderte Wirkung des Hormons in der Niere
- Hauptformen:
o Diabetes insipidus centralis
o Diabetes insipidus renalis
Ursachen
- ADH-Mangel beim zentralen Diabetes insipidus
- ADH-Resistenz der Nieren beim renalen Diabetes insipidus
- Mögliche Ursachen:
o Tumoren
o Traumata
o neurochirurgische Eingriffe
o Entzündungen und Infektionen
o Autoimmunität
o genetische Veränderungen
o Medikamente wie Lithium
Epidemiologie
- Seltene Erkrankung
- Prävalenz des zentralen Diabetes insipidus: etwa 1:25.000
- Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen
- Bei Kindern sind Jungen häufiger betroffen
- Die häufigere Form ist der zentrale Diabetes insipidus
Symptome
- Polyurie mit 5 bis 25 Litern Urin pro Tag
- Polydipsie
- Nykturie
- Sehr heller Urin (Asthenurie)
- Schlaflosigkeit und Tagesmüdigkeit
- Hypernatriämie möglich
- Risiko einer hypertonen Dehydratation bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr
Komplikationen
- Hypernatriämie
- Hypertone Dehydratation bei Flüssigkeitsmangel
Diagnostik
- Anamnese mit nächtlichem Harndrang und nächtlichem Durst
- Messung von Trinkmenge und Harnvolumen über 24 Stunden
- Labor:
o erhöhtes Serumnatrium
o erhöhte Plasmaosmolalität
o erniedrigte Urinosmolalität - Copeptinbestimmung
- MRT bei Verdacht auf Diabetes insipidus centralis
Therapie
- Behandlung möglicher Grunderkrankungen
- Zentraler Diabetes insipidus:
o Desmopressin nasal, subkutan oder oral. - Renaler Diabetes insipidus:
o Behandlung der Ursache
o Therapieversuche mit Thiaziddiuretika und NSAR
Nebenwirkungen
- Wichtige Nebenwirkung von Desmopressin: Hyponatriämie
Prognose
- Abhängig von Ursache und Form
- Nach Operationen oder Traumata teilweise spontane Rückbildung möglich
- Häufig lebenslange Therapie erforderlich












